Formel 1: Sebastian Vettel beim Aserbaidschan-GP klar vor Lewis Hamilton, Red Bull ganz vorne

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24. Juni 2017 - 10:54 Uhr

Zwei Crashs, reihenweise Verbremser und eine Überraschung an der Spitze: Das 2. Freie Training zum Grand Prix von Aserbaidschan hatte jede Menge zu bieten. Ganz vorne steht Red Bull mit Max Verstappen, der fünftplatzierte Sebastian Vettel (+ 0,253 Sekunden) entschied immerhin den Schlagabtausch mit Lewis Hamilton deutlich für sich – allerdings vorrangig beim Blick auf das Zeitentableau.

Sebastian Vettel: "Ein durchwachsener Tag"

Motorsport: Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix von Europa, 1. Freies Training am 23.06.2017 in Baku (Aserbaidschan). Der Deutsche Sebastian Vettel vom Team Scuderia Ferrari auf der Strecke. Foto: Darko Bandic/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Schneller als Lewis Hamilton: Sebastian Vettel bei der Zeitenjagd
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In seiner schnellsten Runde lag Vettel deutliche 0,9 Sekunden vor WM-Rivale Hamilton, der viermalige Weltmeister zählte aber zu den Fahrern, die ihren Boliden immer wieder im Notausgang parkten, um nach einem U-Turn oder im Rückwärtsgang auf die Strecke zurückzufinden. Allein die enge Kurve 8 verpasste Vettel dreimal.

"Ein durchwachsener Tag. Es ist unheimlich schwer, sich hier zu orientieren. Im Training zieht man den Joker und fährt geradeaus", sagte Vettel: "Es ist keine einfache Strecke, aber das Auto fühlt sich eigentlich ganz gut an für morgen."

Hamilton landete nur auf Rang zehn, was Mercedes aber noch nicht alarmieren muss: Bei seiner Zeitenjagd auf den Supersoft-Reifen blieb der Brite immer wieder im Verkehr stecken oder musste seinen Versuch wegen Gelb-Phasen abbrechen. Dass der Mercedes schnell genug ist, bewies Valtteri Bottas mit Rang zwei und nur einer Zehntelsekunde Rückstand auf Verstappen.

Saisonpremiere? Red Bull mischt vorne mit

Aus dem zuletzt üblichen Zweikampf zwischen Ferrari und Mercedes könnte an diesem Wochenende erstmals in dieser Saison ein Dreikampf werden. Verstappen beeindruckte auf dem schnellen Stadtkurs von Baku schon am Mittag mit der Bestzeit, die der Niederländer im zweiten Durchgang noch einmal auf beeindruckende Weise unterbot. Zur Mitte der Session brannte Verstappen reihenweise Bestzeiten in den Asphalt, Teamkollege Daniel Ricciardo landete knapp hinter Bottas auf Rang drei (+ 0,111 Sekunden), Kimi Räikkönen (+ 0,127) wurde im ersten Ferrari Vierter. Dass Verstappen kurz vor Trainingsende seinen Red Bull in die Reifenstapel setzte und die Aufhängung beschädigte, schmälert die Leistung des 19-Jährigen nicht.

Jolyon Palmer macht es Perez nach

Zu den Teams mit großen Problemen zählten Renault und Sauber. Nico Hülkenberg landete nach einer unauffälligen Vorstellung auf Rang 15 (+ 2,641 Sekunden), Aufsehen erregte Teamkollege Jolyon Palmer, der in Kurve 8 im Stil von Sergio Perez in die Streckenbegrenzung krachte und eine Rot-Phase auslöste.

Pascal Wehrlein: "Ich kann mit diesem System nicht fahren"

Verzweifelt meldete sich Pascal Wehrlein im Boxenfunk zu Wort. "Ich kann mit diesem System nicht fahren. Das Vorderrad hebt ab, das Auto ist unfahrbar", schimpfte der Sauber-Pilot. Am Ende reichte es für Wehrlein zu Rang 18, 3,788 Sekunden hinter der Spitze.

"Engine, Engine": Fernando Alonsos Heck raucht wieder

Von ganz hinten wird Wehrlein am Sonntag immerhin nicht starten müssen, denn die Ränge 19 und 20 hat sich bereits McLaren-Honda mit Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne reserviert. Wie erwartet verbaute das Team in beiden Autos die bereits sechste neue MGU-H und einen neuen Turbolader. Da in einer Saison nur fünf Wechsel straffrei erlaubt sind, geht es in der Startaufstellung für beide nach ganz hinten. Und ein weiterer Motorwechsel steht bei Alonso an, denn auch der sechste Motor verabschiedete sich während des 2. Trainings.