Nach langer Corona-Zwangspause

Diese Dinge müssen Sie vor dem Formel-1-Saisonstart wissen

30. Juni 2020 - 9:24 Uhr

Formel-1-Start: Im Nu wieder up to date

Eigentlich hätte die Formel-1-Saison 2020 bereits vor gut drei Monaten starten sollen, doch die Corona-Pandemie machte diesen Plan zunichte. Wegen der langen Zwangspause der Königsklasse verlor so mancher Fan die Serie aus den Augen. Wir beantworten Ihnen deswegen alle wichtigen Fragen, die sich vor dem Saisonstart der F1 stellen.

Welche Einschränkungen wird es im "Notbetrieb" geben?

Wie in der Fußball-Bundesliga sind auch bei den Formel-1-Rennen bis auf Weiteres keine Zuschauer vor Ort zugelassen. Es dürfen insgesamt rund 3.000 Leute vor Ort sein, dabei handelt es sich um das Personal der zehn Teams und ihrer Zulieferer sowie Offizielle, Streckenposten und wenige Medienvertreter. Auch die Mitwirkenden der Rahmenserien Formel 2 und Formel 3 dürfen in geringer Zahl an der Strecke sein.

Vor allem im Fahrerlager gibt es weitreichende Änderungen, etwa die Isolation der jeweiligen Teams, die eine Infektion von Mitgliedern unterschiedlicher Mannschaften verhindern soll.

Die berühmten Motorhomes der Teams bleiben ganz zu Hause. Für alle Mechaniker in der Box gilt zudem eine strikte Maskenpflicht.

Wie viele Formel-1-Rennen wird es dieses Jahr noch geben?

Mindestens 15, wenn es nach F1-Boss Chase Carey geht. Optimalerweise sollen es sogar 18 sein. Fest terminiert sind aber bislang aber nur die ersten acht WM-Läufe in Europa. Auf zwei Gastspiele in Spielberg folgen Rennen in Budapest, zweimal Silverstone, Barcelona, Spa und Monza.

Der Abschluss ist im Dezember in Bahrain und Abu Dhabi geplant. Bis auf Monza gibt für den September aber noch kein weiteres terminiertes Rennen, Oktober und November sind bislang noch komplett frei. Gerne würde die Formel 1 verschobene Rennen wie in Sotschi oder Shanghai nachholen, doch auch Ersatzrennen in Europa scheinen nicht gänzlich von Tisch zu sein.

Welche Auswirkungen hatte die Zwangspause für die Fahrer?

Sieben Monate sind seit dem Saisonfinale 2019 vergangen. Dazwischen gab es nur die Testfahrten in Barcelona im Februar. Den Piloten blieb seither fast nur virtuelles Training im Simulator oder Teilnahmen an Online-Rennen wie die von RTL.de ausgestrahlten Virtual Grands Prix.

Zum Abkratzen des Rosts durften die Piloten zumindest einige Testkilometer in alten Autos drehen und die neuen Corona-Abläufe probieren. Dennoch dürfte die Rückkehr in den Wettbewerb nach so langer Auszeit eine echte Prüfung für Fitness und Fahrkunst werden.

Wer startet als Favorit in die Formel-1-Saison?

Lewis Hamilton (35) und Mercedes sind das Maß der Dinge. Der Weltmeister kann in diesem Jahr mit seinem siebten Titel den Rekord von Michael Schumacher einstellen. Die Silberpfeile könnten mit der siebten Team-WM in Serie eine Bestmarke aufstellen. Bei den Wintertests wirkte der Dominator der letzten Jahre erneut stark, insbesondere das innovative "DAS"-System brachte die Konkurrenz zum Nachdenken. 

Doch auch Max Verstappen und Red Bull zeigten eine gute Performance. In den letzten beiden Saisons vermasselten die Bullen den Saisonstart allerdings, was einen Titelkampf bereits früh unmöglich machte.

Der neue Rennkalender könnte den Jungstar Verstappen begünstigen. In Spielberg, dem Ort der ersten beiden Grands Prix, gewann der Niederländer 2018 und 2019. In Ungarn, wo das dritte Rennen steigt, stand er 2019 erstmals auf der Pole Position. Auf beiden Strecken tat sich Mercedes in der Vergangenheit oft schwer

Kann auch Sebastian Vettel ins Titelrennen eingreifen?

Spätestens nach der Verkündung der Trennung mit Ferrari zum Saisonende wird Sebastian Vettel 2020 noch einmal topmotiviert sein, es allen seinen Kritikern – auch teamintern – zu zeigen. Viel Rücksicht auf Stallinteressen und seinen Teamrivalen Charles Leclerc wird der viermalige Weltmeister nicht mehr nehmen, er fährt jetzt ganz auf eigene Rechnung.

Das Problem: Ferrari schwächelte bei den Testfahrten und rechnet sich selbst nicht zu den Favoriten um den Titel.

Wo ist die Formel 1 in Deutschland zu sehen?

Hier ändert sich im Vergleich zum Vorjahr eigentlich nichts. Für alle Interessierten frei empfangbar ist die Königsklasse weiterhin nur bei RTL. Hier laufen alle Rennen im Free-TV (den genauen Sendeplan von RTL und ntv für das Auftaktrennen in Spielberg finden sie hier).

Nach der Saison 2020 steigt RTL allerdings nach fast 30 Jahren Berichterstattung aus der F1 aus.