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Formel 1: RTL-Experte Christian Danner sieht Ferrari „ganz klar“ vorne

Das Power-Ranking zum Formel-1-Saisonstart

RTL-Experte Christian Danner: "Das wird eine Hammersaison"

Kommentator Christian Danner (Foto: 2011)
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Ferrari in Australien „ganz klar“ der Favorit

Sebastian Vettel, der im fünften Anlauf mit Ferrari endlich Weltmeister werden will. Draufgänger Max Verstappen, der nur so mit den Bullen-Hufen scharrt. Und F1-König Lewis Hamilton, der sein silbernes Imperium gegen alle Angreifer zu verteidigen gedenkt. Die Zutaten für ein äußerst spannendes Formel-1-Jahr sind im Kessel. RTL-Experte Christian Danner ist vor dem Saisonstart in Melbourne am Wochenende ( live bei RTL und TVNOW ) sicher: „Das wird eine Hammersaison.“

„Leclerc wird Vettel auf die Pelle rücken“

„Die drei Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull liegen unglaublich eng beieinander und werden es sich ordentlich geben“, prophezeit Danner. Dahinter sei auch das Mittelfeld ganz dicht beisammen und „wesentlich näher an der Spitze dran“ als im Vorjahr, so der RTL-Experte. Heißt: „Wenn ein Top-Team bei einem Rennen mal nachlässt, wird es vom Mittelfeld gefressen.“

In der Favoritenrolle sieht Danner nach den Eindrücken bei den Testfahrten in Barcelona „ganz klar“ Ferrari, Sebastian Vettel - und auch Charles Leclerc. Vettel und sein junger Scuderia-Kollege seien gleich schnell, betont der 60-Jährige. Dem viermaligen Formel-1-Weltmeister stehe eine schwierige Saison ins Haus. Leclerc werde Vettel „von Beginn an auf die Pelle rücken. Der ist wie der Sebastian früher als er jung war. Aber Vettel weiß auch ganz genau, was da auf ihn zukommt.“

Ferrari „schön zu fahren“ - Mercedes hat „Balance-Probleme“

Und warum sieht Danner die Roten in Australien „ganz klar“ vorne? Ferrari sei bei den Tests das einzige Team gewesen, „dass in jeder Konstellation, ob viel Benzin oder wenig, ob mit dem oder jenem Reifen, schnell war“. Der SF90 sei außerdem „schön zu fahren. Das klingt banal, ist aber wichtig und ein klares Plus im Vergleich zu Mercedes“. Der neue Silberpfeil verhalte sich dagegen noch etwas störrisch. „Mercedes hat nach wie vor Balance-Probleme, die noch nicht aussortiert sind.“

Anders als viele Barcelona-Beobachter setzt der RTL-Experte aber dennoch auf die Silberpfeile und (noch) nicht auf Red Bull als zweite Kraft. „Mercedes hat einfach unglaubliche Ressourcen. Sie wissen ganz genau, wo sie stehen und wo sie den Hebel ansetzen müssen“, so Danner. Außerdem sei der W10 bei den Tests sehr zuverlässig gewesen.

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Die gute Nachricht für alle (Red-Bull-)Fans: Die Bullen sind laut Danner dieses Jahr deutlich näher dran an Mercedes und Ferrari als zum Saisonstart 2018. Der Honda-Motor im Heck sei kein so großer Nachteil mehr wie noch in den Vorjahren der Renault-Antrieb. Überhaupt: „Der Abstand zwischen den Motoren ist insgesamt geringer geworden. Es ist nicht mehr wie früher, dass Mercedes meilenweit vorne ist.“

Im Motoren-Ranking sieht Danner Mercedes und Ferrari vorne, dahinter Honda und Renault gleichauf. Das sei aber mit Vorsicht zu genießen. „Man muss beachten, dass die Turbo-Motoren verstellbar sind. Das heißt: Kurzfristig kann auf einem Spektrum von 100 PS mehr Leistung freigegeben werden. Wer da schlussendlich vorne liegt, wird sich zeigen.“

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„Fast nicht vorherzusagen“ sei momentan das Kräfteverhältnis im Mittelfeld, so Danner. „Alle sind ungefähr gleich schnell. Auch deshalb wird es so eine spannende Saison.“ Die Ferrari-Partner Alfa Romeo und Haas sowie das Red-Bull-Juniorteam Toro Rosso hätten den Vorteil, „dass sie direkt am jeweiligen Mutterschiff angedockt haben. Davon profitieren diese Teams.“

Auch Renault habe als Werksteam gute Karten, seinen Status als Nummer 4 zu verteidigen. „Der Renault-Motor ist deutlich besser geworden. Sonst hätte etwa McLaren bei den Tests niemals so gute Zeiten fahren können“, erläuterte Danner. Der 2018 abgestürzte Traditionsrennstall McLaren sei „absolut wieder auf dem austeigenden Ast.“

Williams hat Rote Laterne sicher

Ganz hinten, sozusagen außer Konkurrenz, sieht der frühere Formel-1-Pilot Williams. „Das Auto ist fast so schlecht wie im Vorjahr. Da hängt alles schief“, sagt Danner. Mit F1-Rookie George Russell und Rückkehrer Robert Kubica habe der einstige Weltmeister-Rennstall zudem nicht gerade das stärkste Fahrerduo. „Kubica war bei den Tests neun Zehntel hinter Russell - und der ist neu dabei.“