Kubica will "ein bisschen Spaß am Rennfahren zurück"

Trennung nach einem Jahr: Kubica verlässt Williams mit kritischen Worten

20. September 2019 - 13:46 Uhr

Trennung nach spektakulärem Comeback

Das Rückkehr von Robert Kubica acht Jahre nach seinem schweren Rallye-Unfall gilt als eines der größten Comebacks der Formel-1-Geschichte, nach nur einem Jahr bei Williams macht der Pole nun aber wieder Schluss mit den Briten - und leistet sich eine spitze Bemerkung gegen sein Hinterherfahrer-Team.

Kubica betont: Trennung geht von ihm aus

Die Trennung zwischen Kubica und Williams kam nicht überraschend, wie sie aber verkündet wurde dann doch. Bei der offiziellen Fahrer-Pressekonferenz in Singapur ließ der Pole die Katze aus dem Sack. "Ich habe entschieden, nicht mehr mit Williams weiterzumachen. Ich werde das Team am Saisonende verlassen", sagte der 34-Jährige. Dabei betonte er mehrfach, dass die Auflösung der Zusammenarbeit nicht von seinem Rennstall, sondern von ihm selbst ausgehe.

Der Schlussstrich unter das Kapitel Williams eröffne ihm "Möglichkeiten für verschiedene Zukunftsszenarien", die Kubica nun "evaluieren" wolle. Mit der Rückkehr in die Formel 1 habe er "ein großes Ziel erreicht".

Bei Williams keinen Spaß beim Fahren

MONZA, ITALY - SEPTEMBER 08: Robert Kubica of Poland driving the (88) Rokit Williams Racing FW42 Mercedes on track during the F1 Grand Prix of Italy at Autodromo di Monza on September 08, 2019 in Monza, Italy. (Photo by Charles Coates/Getty Images)
Fährt im Williams ständig hinterher: Robert Kubica
© Getty Images, Bongarts

Nun aber - und das war als klare Kritik an seinem kaum konkurrenzfähigen Team zu verstehen - wolle er "etwas tun, dass mir ein bisschen Spaß am Rennfahren zurückbringt. Das ist in diesem Jahr sehr schwer, wenn man auf die Perfomance des Autos schaut", so Kubica.

Wie Kubicas Zukunft aussehen könne, ließ er offen. Die Formel 1 sei weiterhin reizvoll, aber kein Status mehr, den er "um jeden Preis" erhalten wolle.

In den bisherigen 14 Saisonrennen hatte Kubica lediglich beim Großen Preis von Deutschland als Zehnter die Punkteränge erreicht. Im Qualifying wurde der nach seinem Unfall noch immer am rechten Arm gehandicapte Pole permanent von seinem 13 Jahre jüngeren Teamkollegen George Russell gebügelt: Im Quali-Duell steht ein aus seiner Sicht vernichtendes 0:14.

Spektakuläres Comeback nach schrecklichem Unfall

ARCHIV - Der durch einen Unfall zerstörte Skoda-Rennwagen des polnischen Formel-1-Fahrers Robert Kubica hängt am 06.02.2011 nach einem Sturz während der Rallye «Andora» in Andora (Italien) in der Leitplanke. Das letzte freie Cockpit beim Formel-1 Tea
Mit diesem Skoda verunfallte Kubica 2011
© dpa, Gianni Chiaramonti, GB JW**LON** PK**NY** nic

Als WM-Vierter von 2008 galt Kubica als kommender Weltmeister, bis er sich im Februar 2011 bei einem Rallye-Unfall schwer verletzte. Dabei verlor Kubica fast eine Hand, sein rechter Arm ist bis heute in der Beweglichkeit eingeschränkt.

Trotzdem kämpfte Kubica, der 2008 den Großen Preis von Kanada gewann, all die Jahre um sein Comeback. Williams gab ihm die Chance, zunächst 2018 als Ersatzfahrer, zu Beginn der laufenden Saison als Stammfahrer. Für diese Gelegenheit müsse er "dem Team danken", sagte Kubica zum Abschluss seiner Erklärung.

Greift Hülkenberg zu?

Mit dem Abgang von Kubica wird bei Williams ein Cockpit frei. Da Nico Hülkenberg am Donnerstag eine Absage von Haas erhielt, könnte sich für den 32-Jährigen dort eine Türe öffnen. Hülkenberg hatte 2010 seine Karriere bei Williams begonnen, es ist allerdings fraglich, ob sich der 170-malige Grand-Prix-Starter den Kampf in den letzten Startreihen antun will