Möglicher Wechsel zu Ferrari

Renault: Die ersten Rennen entscheiden über Ricciardo-Zukunft

2020 Australian GP MARCH 11: Daniel Ricciardo, Renault F1 with Cyril Abiteboul, Managing Director, Renault F1 Team duri
2020 Australian GP MARCH 11: Daniel Ricciardo, Renault F1 with Cyril Abiteboul, Managing Director, Renault F1 Team duri
© imago images/Motorsport Images, Sam Bloxham via www.imago-images.de, www.imago-images.de

18. März 2020 - 10:42 Uhr

Abiteboul: Viele Teams werden Ricciardo umwerben

Die Formel-1-Saison 2020 ist noch nicht einmal gestartet und man könnte meinen, die 'Silly Season' sei schon eingeläutet. Renault-Teamchef Cyril Abiteboul sprach in einem Interview über einen möglichen Wechsel seines Top-Fahrers Daniel Ricciardo zu Ferrari im kommenden Jahr - und auch über einen möglichen Tausch mit Sebastian Vettel.

Ricciardo-Vertrag läuft aus

Klar ist: Nach der Saison läuft der Vertrag des Ausraliers beim französischen Werksteam aus. Ricciardo ist damit einer der dicksten Fische im F1-Becken, den sich die Teams angeln wollen. Ob der 'Honigdachs' auch nach 2020 für Renault fährt, steht derzeit in den Sternen und hängt wohl von der Renault-Performance bei den ersten Grands Prix ab.

"Ich denke, wir müssen schauen, wie die ersten Rennen laufen", sagte Renault-Teamchef Abiteboul dem französischen Sender Canal+. "Haben wir einen Schritt nach vorne gemacht? Haben wir im Vergleich zum vergangenen Jahr Selbstbewusstsein getankt? Verbessert auch Daniel die Integration ins Team? Und wenn wir das Gefühl haben, dass wir ein Projekt mit Zukunft haben, warum nicht?"

Der 42-Jährige weiß, dass sein Team liefern muss, um Ricciardo zu halten. Andere Teams haben den Asutralier weit oben auf dem Zettel. "Er wird auf jeden Fall von anderen Teams umworben werden. Ich habe die Befürchtung, dass es sehr schnell gehen kann. Um ihn zu halten, müssen wir sehr wachsam sein, um nicht unsere Möglichkeit zu verpassen", so Abiteboul.

Vettel statt Ricciardo?

Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel
Daniel Ricciardo könnte Sebastian Vettel bei Ferrari im kommenden Jahr ersetzen
© imago

Da auch das Arbeitspapier von Sebastian Vettel bei Ferrari Ende 2020 ausläuft, ploppen fast automatisch Gedankenspiele auf. Fädeln die beiden Rennställe einen Deal ein, der Vettel zu Renault schickt und Ricciardo nach Italien? Immerhin: Seine vier WM-Titel mit Red Bull fuhr Vettel mit Renault-Motoren im Heck ein.

Wie steht der Renault-Chef zu den Gedankenspielen?

"Ich will nicht nein sagen, denn er ist ein großartiger Fahrer. Er ist ein großartiger Champion, wir haben im Motorbereich zusammengearbeit und haben zusammen gewonnen. Aber vielleicht bin ich etwas mehr inspiriert, mit Fahrern von morgen und nicht von gestern zusammenzuarbeiten", sagte Abiteboul. Klingt ein bisschen nach einer Abfuhr. Das merkte offenbar auch der Franzose, der ergänzte: "Es ist etwas hart, es so zusammenzufassen, also bitte fasst es Sebastian nicht so zusammen."

Gut möglich, dass die Franzosen auf eine interne Lösung setzen - falls Ricciardo denn wirklich die Biege macht. "Wir haben auch unsere Academy mit Fahrern. Wir haben Fahrer, die vielleicht 2021 oder 2022 bereit sein werden. Das haben wir auch im Hinterkopf", sagte Abiteboul.

Ohnehin steht jetzt erstmal ein neuer F1-Terminplan im Fokus. Wann genau gefahren werden kann, ist weiter unklar.

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