Italienische Medienberichte lassen aufhorchen

Wegen Corona: Regel-Revolution in der Formel 1 erst 2023?

Die F1 soll ab 2022 neue Regeln bekommen
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13. Januar 2021 - 15:47 Uhr

Formel 1: Neues Reglement noch später?

Die Coronakrise hat bereits den Formel-1-Rennkalender für 2021 durcheinandergewirbelt, wie "La Gazzetta Dello Sport" jetzt berichtet, könnten auch die für 2022 geplanten Regeländerungen auf der Kippe stehen – und erst 2023 eingeführt werden. Die Formel 1 dementiert den Bericht.

Formel 1 dementiert Medienbericht

Geht die Dominanz von Mercedes in der Formel 1 noch bis 2023 weiter, weil die angekündigten Regeländerungen noch länger auf sich warten lassen? Genau das spekuliert die italienische Presse.

Die Coronakrise und der Lockdown in Großbritannien, wo viele Formel-1-Teams ihre Werke haben, könnte die Formel 1 vor große Probleme stellen und dafür sorgen, dass die neue Generation der Formel-1-Boliden erst 2023 zum Einsatz kommt. Vor allem für Ferrari-Fans wäre das keine gute Nachricht.

Die Formel 1 selbst dementiert die italienischen Medienberichte jedoch. "Jeder Vorschlag, dass die Vorschriften von 2022 verzögert werden, ist falsch und wurde nicht diskutiert", sagte ein Sprecher.

Regel-Revolution wurde bereits einmal verschoben

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Formel 1 ihre eigenen Plänen auf Eis legen muss. Die große Regel-Revolution, die die Chancengleichheit erhöhen und zu mehr Spannung auf der Strecke führen soll, war ursprünglich für 2021 geplant. Dann schlug Corona zu. Die Unsicherheiten und finanzielle Einbußen brachten so manches Team in Schwierigkeiten, die Einführung des neuen Reglements wurde kurzerhand verschoben.

Eine erneute Verschiebung will die Formel 1 aber nicht zulassen, vor allem die geplante Budget-Obergrenze soll helfen, dass die Kosten für die neuen Boliden nicht explodieren und alle Teams trotz Corona die Entwicklung stemmen können.

Das versprechen die Regeländerungen

Die Formel 1 will mit dem neuen Reglement wieder spannender werden und hat dafür an vielen Stellschrauben gearbeitet.

"Es handelt sich zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 um eine Kombination der technischen, der sportlichen Regeln und der finanziellen Strukturen", sagt F1-Experte Christian Danner: "Der absolute Schwerpunkt des Formel-1-Management lag dabei darauf, dass der Motorsport besser wird und dazu braucht es Autos, die besser überholen können. Das hat man durch eigene Windkanalversuche recherchiert", erläutert Danner.

Neue Autos sollen mehr Zweikämpfe zulassen

Eine Grundidee der Forschungsgruppe unter Formel-1-Sportchef Ross Brawn war es, viele der aerodynamischen Details loszuwerden. Besonders im Bereich der Flügel: Der Frontflügel soll in Zukunft stark vereinfacht und deutlich weniger empfindlich designt werden. So könnte es für die Fahrer wieder leichter werden, dicht hintereinander zu fahren und spannende Zweikämpfe zu führen.

Generell sollen die Fahrer wieder wichtiger werden – und nicht nur ein starkes Auto zum Sieg verhelfen. "In den nächsten Jahren wird die Formel 1 noch spannender sein, sodass ein sehr gutes, finanziell aber nur durchschnittliches Team auch für einige Überraschungen vorne sorgen kann", so Brawn. "Genau das wollen wir. Wenn man einen Charles Leclerc oder Max Verstappen in einem Mittelfeld-Team hat, kann das dann den Unterschied machen."