Kampf um die Saison

Formel 1 plant Geisterrennen - Auftakt in Silverstone?

Red Bull Racing Filming Day
© Getty Images, Bongarts, WTM

07. April 2020 - 19:17 Uhr

Königsklasse "hinter verschlossenen Türen"

Die Formel 1 will ihre Saison wohl auch mit einigen Geisterrennen ohne Zuschauer retten. WM-Läufe hinter verschlossenen Türen werde von den Spitzen der Rennserie "ernsthaft geprüft", berichtete die BBC nach einer Telefonkonferenz mit Teamchefs, Rechteinhabern und Weltverbandschef Jean Todt. 

Silverstone mit Standortvorteil

Die Veranstalter hoffen, dass sich die Lage in der Corona-Pandemie in Europa ausreichend für Geisterrennen im Juli oder August verbessert. Auftaktort könnte dann möglicherweise Silverstone (England) sein, in deren Nähe sieben der zehn Rennställe beheimatet sind.

Die Sorge um mögliche Pleiten von Teams hat auch eine neue Diskussion um eine weitere Reduzierung der bereits beschlossenen Ausgabengrenze beschleunigt. Statt wie geplant bei jährlich 175 Millionen US-Dollar (161 Millionen Euro) soll das Budgetlimit vom kommenden Jahr an nun bei höchstens 150 Millionen Dollar (138 Millionen Euro) liegen. Eine weitere Absenkung auf 125 Millionen Dollar (115 Millionen Euro) sei von den Branchenriesen Mercedes, Ferrari und Red Bull vorerst abgelehnt worden, berichteten Fachmedien.

Streitpunkt sind vor allem die Kosten für Forschung und Entwicklung. Die drei Top-Teams beliefern die meisten anderen Rennställe mit Bauteilen oder Motoreneinheiten und müssen dafür zunächst Millionen in die Entwicklung investieren. Dies müsse bei der Festlegung eines Budgetlimits berücksichtigt werden.

Zwangsferien um zwei Wochen verlängert

Derweil verlängerte die Formel 1 die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Werksferien um weitere zwei Wochen. Die verordnete Pause, in der keine Arbeiten an der Entwicklung der Rennwagen erlaubt sind, werde von 21 auf 35 Tage ausgedehnt, hieß es in einer Mitteilung der FIA.

Dies sei ein einstimmiger Beschluss aller Formel-1-Teams und der Spitzen der Rennserie, den der Motorsport-Weltrat abgesegnet habe. Wegen der Corona-Krise war die Sommerpause vorgezogen und verlängert worden. Die fünfwöchigen Werksferien müssen von den Rennställen und Motorenherstellern bis Ende Mai genommen werden.