Sa | 13:00

Formel 1: Niki Lauda wütet nach Silverstone-Crash - Maurizio Arrivabene ist außer sich

Maurizio Arrivabene und Niki Lauda
Zwischen den Bossen herrscht aufgeladene Stimmung: Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene und der Mercedes-GP-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda (Foto-Montage). © deutsche presse agentur

Mercedes-Boss: Das zweite Mal, dass Ferrari uns abschießt

Die Abräumaktion von Kimi Räikkönen gegen seinen Mercedes-Schützling Lewis Hamilton unmittelbar nach dem Start des Großbritannien-GP hat Niki Lauda in Wallung gebracht. "Der Unfall war einfach unfair, das ist jetzt das zweite Mal, dass uns ein Ferrari in der ersten Kurve abschießt. Das ist nicht lustig", grantelte der Silberpfeil-Häuptling nach dem Formel-1-Spektakel in Silverstone. "Man sollte wissen, wie man verliert", entgegnete die Scuderia genervt.

In Frankreich räumte Vettel Bottas ab

Schon beim Großen Preis von Frankreich in Le Castellet hatte Sebastian Vettel Mercedes-Pilot Valtteri Bottas direkt nach dem Start unsanft von der Strecke bugsiert. In Silverstone machte Räikkönen das gleiche mit Hamilton. "Immerhin hat Kimi eine 10-Sekunden-Strafe bekommen. Die Stewards sehen, was hier abgeht", sagte Lauda. Vettel war in Frankreich mit einer 5-Sekunden-Strafe noch deutlich glimpflicher davon gekommen.

"Es sollte heute nicht sein für Lewis", orakelte der Österreicher, lobte den Weltmeister aber ausdrücklich für dessen famose Aufholjagd von Platz 20 auf 2. "Das zeigt, was für eine Performance er hier drauf hatte. Ich sage: Ohne den Crash hätte Lewis gewonnen", so Lauda. 

"Absicht oder Dummheit"?

Auch Hamilton witterte in der ersten Aufgeregtheit Kalkül. "Das ist eine interessante Strategie von Ferrari. Ferrari hat nichts verloren in den letzten beiden Rennen. Zum zweiten Mal hintereinander haben sie Fehler gemacht, aber wir haben als Team verloren. Etwa 25 Punkte, was signifikant ist in der Konstrukteurs-WM. Wenn wir diese Aktionen vorher schon kennen würden, dann hätten wir etwas dagegen tun können", schimpfte der Brite.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zitierte - allerdings mit einem Augenzwinkern - die Frage seines Technikchefs James Allison, ob es sich bei den Zwischenfällen "um Absicht oder Dummheit" handele? "Jetzt müssen wir uns ein Urteil bilden", betonte der 46-Jährige. 

Arrivabene schnaubt vor Wut - Hamilton rudert zurück

F1 Formula One - Austrian Grand Prix - Red Bull Ring, Spielberg, Austria - June 30, 2018   Ferrari Team Principal Maurizio Arrivabene during practice   REUTERS/Leonhard Foeger
Maurizio Arrivabene empfand die Andeutungen als Frechheit. © REUTERS, LEONHARD FOEGER, ao

Bei der Scuderia traute man dennoch seinen Ohren nicht. "Man sollte anständig sein, man sollte wissen, wie man verliert", schnaubte Teamchef Maurizio Arrivabene. "Wenn er das wirklich so gesagt hat, dann sollte er sich was schämen", so Arrivabene in Richtung seines früheren Mitarbeiters Allison: "Wir sind doch hier in England, da kann man lernen, wie sich ein Gentleman verhält. Er sollte damit anfangen." Vettel schüttelte angesichts der Andeutungen nur den Kopf. "Albern" und "unnötig" sei es, überhaupt darüber nachzudenken. 

Mit einem Tag Abstand rückte dann auch Hamilton von seinen Vorwürfen ab. "Kimi hat sich entschuldigt und ich akzeptiere das. Es war ein Rennunfall und nicht mehr. Manchmal sagen wir dummen Mist und lernen daraus", schrieb der Engländer bei Instagram.

Das Ergebnis des Rennens in Silverstone im Überblick

Das Rennen zum Nachlesen im Ticker

Die Formel 1 bei TVNOW.de und in der TV NOW App online ansehen