Formel 1: Niki Lauda sieht bei Ferrari "wohlbekannte Grundprobleme"

Autodromo Nazionale di Monza, Italy. Sunday 04 September 2016. Niki Lauda, Non-Executive Chairman, Mercedes AMG, talks to Paul Hembrey, Director, Pirelli Motorsport. World _L0U6300 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLYAutodromo Nazionale Tue Monza Ital
Lauda: Grundprobleme bei Ferrari existieren immer noch
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Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sieht den Grund für die aktuellen Probleme bei Ferrari im Wesen des traditionsreichen Rennstalls begründet

"Mir scheint, dass die alten, bei Ferrari wohlbekannten Grundprobleme noch immer existieren", sagte der RTL-Experte im Interview mit der 'Welt am Sonntag'. Lauda saß von 1974 bis 1977 selbst für die Scuderia im Cockpit und berichtet von generationenübergreifenden Verhaltensweisen.

"Die Leute bei Ferrari reagieren sehr menschlich, spontan und emotional auf Probleme", sagte der 67-Jährige: "Wenn alles gut läuft, dann sind sie entspannt und werden lässig. Das ist schlecht für kontinuierlichen Erfolg. Wenn es hingegen nicht so gut läuft, entsteht ein gnadenloser Druck - von außen und innen. Man neigt dann zur Hektik und zu Schnellschüssen."

Wenn's bei Ferrari schlecht läuft, regiert die Panik

Ferrari Formula One team principal Maurizio Arrivabene (L) talks with Austrian Formula One legend Niki Lauda (C) and  Ferrari Vice Chairman Piero Lardi Ferrari  before the third free practice session at the Monaco F1 Grand Prix May 23, 2015. REUTERS/
Zwei, die die italienische Seele kennen: Niki Lauda und Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene
REUTERS, STEFANO RELLANDINI

Dadurch komme man "leicht ins Straucheln. Statt überlegt und kontrolliert einen Schritt nach dem anderen zu machen, preschen alle hektisch nach vorne und müssen sich dann in der Regel korrigieren", sagte Lauda. In der Folge entstehe "eine Menge Unruhe und eine Menge Ratlosigkeit. Das führt zu Leistungsschwankungen, mitunter gar zu Panik. So weit, glaube ich, ist es bei Ferrari im Moment noch nicht."

Dass die Scuderia zuletzt auf den 3. Rang der Teamwertung hinter Red Bull Racing zurückgefallen ist, könne aber nicht als "Leistungskonsolidierung oder gar Leistungssteigerung" gesehen werden. Das Abstimmen der in der Formel 1 für die Leistung wichtigen Faktoren sei "ein schwieriges Puzzle. Es sieht so aus, als habe Ferrari im Moment besonders große Probleme, dieses Puzzle wie gewünscht hinzubekommen."

Wenn allerdings "alle bei Ferrari einen großen Teil von ihren vorhandenen Talenten einbringen", so Lauda, "statt in Hektik und Emotionalität zu verfallen, werden sie auch bald wieder zeigen, was sie können. Und sie können viel, das hat die Vergangenheit gezeigt."