Sa | 29.09. | 13:00

Formel 1: Niki Lauda geht mit "Crash-Pilot" Max Verstappen hart ins Gericht

SHANGHAI, CHINA - APRIL 14: Max Verstappen of Netherlands and Red Bull Racing looks on in the garage during qualifying for the Formula One Grand Prix of China at Shanghai International Circuit on April 14, 2018 in Shanghai, China.  (Photo by Mark Tho
Formel-1-Legende Niki Lauda zweifelt an der Intelligenz von Max Verstappen. © Getty Images, Bongarts, wt

Kredit endgültig aufgebracht

"Crash-Pilot" Max Verstappen hat mit seinem Rammstoß gegen Sebastian Vettel beim Formel-1-GP in China seinen Kredit im Fahrerlager endgültig aufgebraucht. Für seinen Aussetzer in Shanghai erntete der Red-Bull-Pilot Schimpf und Tadel - am härtesten ging Formel-1-Legende Niki Lauda mit dem 20-Jährigen ins Gericht.

Lauda: "Das scheint mir auch eine Intelligenzfrage zu sein"

"Vernunft scheint sich bei diesem Menschen nicht einzustellen", schimpfte Lauda nach dem Großen Preis von China: "Normalerweise wächst man mit seinen Fehlern. Er wird nur kleiner. Das scheint mir auch eine Intelligenzfrage zu sein." Der folgenreiche Rammstoß Verstappens gegen Vettel, durch den der Ferrari-Star letztlich auf Rang acht zurückfiel, erhitzte noch lange nach dem Rennen die Gemüter.

Der dreimalige Weltmeister Lauda, Aufsichtsratschef beim Mercedes-Team, ging mit seinem Urteil am weitesten. Allein stand er mit seiner Meinung aber nicht da. "Das kann man so nicht machen. Verstappen muss sich langsam auch mal selbst ein bisschen infrage stellen", sagte Ex-Champion Nico Rosberg. "Ich meine, es waren jetzt drei Rennen, und er hat ungefähr fünf kapitale Böcke geschossen."

Verstappens lange Fehler-Liste

Auch medial hagelte es Kritik, allen voran aus dem Ferrari-Land Italien. Als "einfach skandalös" bewertete der 'Corriere dello Sport' den Zwischenfall mit Vettel, "man kann mit 20 Jahren nicht so fahren wie mit 17." 'Tuttosport' urteilte: "Verstappen vermasselt Vettel den Tag."

Die Liste der Verfehlungen Verstappens ist lang, alleine in der laufenden Saison dilettierte sich der Holländer mehrfach in die Schlagzeilen. In Australien kostete ihn ein Dreher ein besseres Ergebnis als Platz sechs, in Bahrain folgte nach einer Kollision mit Lewis Hamilton das Aus in Runde drei. "Schwachkopf", polterte der Mercedes-Mann anschließend und kritisierte "unreife Entscheidungen" Verstappens.

Wirklich ein künftiger Weltmeister?

Angesichts seiner Aussetzer kommen selbst unter Experten Zweifel auf, ob der als Super-Talent gehandelte Youngster tastsächlich das Zeug zum Weltmeister hat. Bislang steht sich Verstappen allzu oft selbst im Weg. Als Beispiel könnte ihm Teamkollege Daniel Ricciardo dienen. Der Australier siegte in Shanghai  mit Gelassenheit und Nervenstärke - Eigenschaften, an denen es Verstappen noch zu häufig mangelt.

Zumindest einen Lichtblick gab es nach dem verkorksten Rennen. Anders als in der Vergangenheit zeigte sich Verstappen einsichtig und reumütig. "Das war scheiße", sagte er bei RTL: "Natürlich war es meine Schuld."