Formel 1: Nico Rosberg rast in letzter Sekunde zur Pole Position beim Japan-GP

8. Oktober 2016 - 11:36 Uhr

Am Ende wurde es dann doch noch einmal ganz eng für Nico Rosberg: In einem Wimpernschlag-Finale im Qualifying eroberte Nico Rosberg die Pole Position beim Formel-1-Rennen in Japan. Auf der entscheidenden Runde war Rosberg die Winzigkeit von 0,013 Sekunden schneller als sein Mercedes-Teamkollege und WM-Rivale Lewis Hamilton.

Dabei hatte der WM-Spitzenreiter zuvor alle Freien Trainings und auch die ersten beiden Qualifiktions-Runden klar dominiert, war bis zu vier Zehntel schneller als Hamilton. Im entscheidenden letzten Quali-Abschnitt aber fand sich Rosberg nach der ersten schnellen Runde nur auf Platz 2 hinter Hamilton wieder. Nun blieb Rosberg nur noch ein einziger Versuch: Er legte vor, unterbot die bisherige Bestzeit. Doch Hamilton war nach ihm unterwegs - und auf Bestzeitkurs. Aber es reichte nicht, am Ende verpasste der Brite die Bestzeit um umgerechnet 83 Zentimeter.

Anders als Landsmann Rosberg musste sich Sebastian Vettel seinem Stallgefährten knapp geschlagen geben, 0,079 Sekunden fehlten dem Ferrari-Piloten auf den drittplatzierten Kimi Räikkönen. "Ich habe irgendwie immer die letzte Schikane ein wenig verpatzt, sonst hätte es für Platz 3 gereicht, da hatte Kimi heute die Nase vorne", haderte Vettel, der wegen des Startunfalls beim Rennen am vergangenen Wochenende in Malaysia in der Startaufsteellung drei Plätze zurück muss.

Er rutscht damit nicht nur hinter die beiden Red Bull von Max Verstappen und Daniel Ricciardo, die die fünft- und sechstbesten Runden im Qualfiying drehten, sondern auch noch hinter Force-India-Mann Sergio Perez auf Startplatz 7 zurück. Für das Rennen ist Vettel dennoch optimistsich: "Der Speed ist da, das Auto hat sich gut angefühlt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr war das ein Riesenschritt nach vorne." Am Start wolle er genauso angriffslustig zu Werke gehen wie zuletzt in Malaysia.

Nico Hülkenberg knapp von einem Haas geschlagen

Nico Hülkenberg war im zweiten Force India zwar nur knapp ein Zehntel langsamer als sein mexikanischer Teamkollege, musst aber noch Haas-Pilot Romain Grosjean den Vortritt lassen und nimmt damit den 17. WM-Lauf von Platz 9 in Angriff.

Bei Pascal Wehrlein setzte sich der Negativtrend des Wochenendes auch im Qualifying fort. Wie schon zuvor in allen Trainingssitzungen musste sich der Manor-Rookie erneut seinem neuen Teamkollegen Esteban Ocon geschlagen geben und landete damit nur auf dem letzten Platz. Von dem hätte Wehrlein allerdings auch dann starten müssen, wenn er schneller als der Franzose gewesen wäre. Denn an seinem Dienstauto musste das Getriebe gewechselt werden, was laut Reglement eine Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung nach sich zieht.​

Lewis Hamilton: Startplatz 1 nicht notwendig für den Sieg in Suzuka

"Es lief bisher sehr gut für mich an diesem Wochenende", freute sich Rosberg nach der 30. Pole Position seiner Karriere: "Ich habe mich wohlgefühlt im Auto, die Balance stimmte, und das alles zusammen hat es mir ermöglicht, noch einmal eine solche Runde rauszuhausen, als es darauf ankam." Hamilton stellte nüchtern fest, dass "man auf dieser Strecke nicht vorne stehen muss, um zu gewinnen". Der Brite weiß, wovon er spricht: In den vergangenen beiden Jahren war er im Qualifying ebenfalls nur Zweiter hinter Rosberg geworden und hatte am Ende dann doch ganz oben auf dem Siegertreppechen gestanden.