Formel 1: Nico Rosberg bleibt beim Italien-GP nur der Angriff beim Start

Die Pole Position ist zumindest in diesem Jahrtausend beinahe ein Garant für den Sieg beim Großen Preis von Italien. Seit 2000 triumphierte in Monza 13 Mal der Mann von Startplatz 1.

Und da steht heute einmal mehr Lewis Hamilton. Der Formel-1-Titelverteidiger geht wie Teamkollege Nico Rosberg mit Soft das Rennen an, was Vor- und Nachteile in sich birgt. Nachteil ist der geringere Grip beim Start, was bis zur ersten Kurve schnell mal einige Positionen kosten kann.

Vorteil ist, dass Mercedes die größten Chancen hat, das Rennen mit nur einem Stopp zu beenden. Selbst bei höherem Reifenverschleiß könnte man immer noch die soft-medium-Variante fahren. Wer mit supersoft startet, muss den Reifen im ersten Stint wesentlich mehr schonen, um ins Fenster einer 1-Stopp-Strategie zu kommen, auch wenn man supersoft-medium nimmt. Sollte es zu höherem Reifenverschleiß kommen, so müssen die mit supersoft startenden Autos wohl notgedrungen auf 2 Stopps gehen, was bei 25 Sekunden Verlust beim Boxenstopp ein deutlicher Nachteil ist.

Teamintern deutet alles darauf hin, dass Hamilton die Oberhand behält, selbst wenn Rosberg in den Longruns die Pace des WM-Führenden mitging. Die ‚first choice‘ des Rennführenden bei der Strategie und wenige strategische Optionen sprechen gegen Rosberg, dem wohl nur der Angriff gleich beim Start bleibt.

Was macht Ferrari beim Heimspiel in Monza?

epa05522266 German Formula One driver Sebastian Vettel of Scuderia Ferrari reacts after the qualifying session at the at the Formula One circuit in Monza, Italy, 03 September 2016. Vettel jumped the fence after qualifying to give a wave to the crowd
Sebastian Vettel bleibt beim Ferrari-Heimspiel wohl nur der Kampf um Platz 3
ss ss, dpa, Srdjan Suki

Spannend dürfte es werden, wenn jemand mittels frühen Stopp (ab Runde 13) die Strategie der länger Fahrenden kreuzt. So könnte Ferrari versuchen, mit einem (früh stoppenden) Auto einen (oder beide) Mercedes unter Druck zu setzen und dann mit dem anderen (länger fahrenden) Auto zu Rennende dank frischerer Reifen die besseren Karten zu haben.

Die Roten scheinen nach wie vor Red Bull im Griff zu haben. Idealerweise dient Valtteri Bottas, der auf Startplatz 5 steht, auch im Rennen als Puffer. Der Williams-Pilot ist einerseits Unruheherd zwischen Ferrari und Red Bull, kämpft aber auch andererseits gegen Force India um die Teamwertung, das birgt Konfliktpotenzial.