Formel-1-Stammplatz hat Priorität

Hülkenberg will kein "Feuerwehrmann auf Dauer sein"

Nico Hülkenberg hofft, 2021 bei einem Team fest unterzukommen
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18. Oktober 2020 - 11:37 Uhr

Hülkenberg will nicht Ersatzfahrer sein

Nico Hülkenberg will in der Formel 1 kein "Feuerwehrmann auf Dauer" sein. Das sagte der 33-Jährige der "Bild am Sonntag". Die "klassische Ersatzfahrer-Rolle" sei "nicht das, wonach ich strebe", so Hülkenberg: "Es gab Teams, die mich nach meinem ersten Einsatz als Ersatzfahrer dauerhaft engagieren wollten. Aber ein Stamm-Cockpit hat für mich Priorität."

"Anderer Fahrer wirtschaftlich vielleicht attraktiver"

Hülkenberg hatte in der laufenden Saison dreimal als Ersatzpilot bei Racing Point geglänzt: Beim Doppelpack in Silverstone vertrat er den corona-infizierten Sergio Perez, raste im zweiten Rennen auf Platz 7. Zuletzt sprang er beim Eifel-GP am Nürburgring kurzfristig für Lance Stroll ein, machte mit Rang 8 (von Startplatz 20) mächtig Eigenwerbung für 2021.

Für die kommende Saison sind die Cockpits bei Haas, Alfa Romeo, AlphaTauri und Red Bull noch nicht (komplett) vergeben. Der "Hulk" schlägt vorsichtige Töne an, was seine Chancen betrifft.

"Unter der Haube bin ich noch nicht. Aber nach wie vor dran. Andere Fahrer sind wirtschaftlich vielleicht attraktiver für die Teams", sagte der Comeback-King. Zu den "anderen" gehören etwa Perez, der einen mexikanischen Telekommunikations-Riesen im Rücken hat oder Formel-2-Pilot Nikita Mazepin, Sohn eines russischen Milliardärs, der dem US-Rennstall Haas wirtschaftlich gut tun könnte.

Keine großen Hoffnungen auf Red-Bull-Cockpit

Die Liste der Fahrer, die um die letzten Cockpits für das nächste Jahr kämpfen, ist lang. "Es gibt ein Überangebot an Fahrern", sagte Hülkenberg zuletzt schon im Interview mit "auto motor und sport".

An die mit Abstand beste Option – einen Platz bei Red Bull neben Max Verstappen – glaubt Hülkenberg nicht so recht. Bei den Bullen unterzukommen halte er für "ganz schwierig. Mir werden da nicht viele Hoffnungen gemacht".

Allerdings steht Red-Bull-Pilot Alex Albon wegen durchwachsener Leistungen in der Kritik. Hülkenberg könnte bei dem Team daher die Rolle der durch und durch soliden Nummer 2 übernehmen, die verlässlich Punkte sammelt und Verstappen im Kampf gegen Mercedes unterstützt.