"Er sabotiert sich selbst"

Offene Kritik: Renault-Teamchef Abiteboul zählt Hülkenberg an

Hülkenberg bei Renault vor dem Aus
Hülkenberg bei Renault vor dem Aus
© Imago Sportfotodienst , imago

02. August 2019 - 11:25 Uhr

Hülkenberg vor Aus bei Renault

Für Nico Hülkenberg scheint die Zeit bei Renault zum Saisonende abzulaufen. Teamchef Cyril Abiteboul eröffnete in einem Interview bemerkenswert deutlich das Feuer auf den Deutschen.

Abiteboul spricht offen über andere Optionen

Lange galt der 'Hulk' als großes Talent, genoss über Jahre einen guten Ruf im Fahrerfeld. Seit sich der 31-Jährige jedoch mit Daniel Ricciardo messen muss, wendet sich das Blatt und erreichte mit dem Aus nach Fahrfehler in Hockenheim einen neuen Tiefpunkt.

"Immer, wenn Nico kurz davor ist, Großes zu erreichen, entgleitet es ihm. Er sabotiert sich selbst", kritisierte Abiteboul bei 'Autohebdo'. Ein Argument, dem Hülkenberg zumindest anhand der Zahlen wenig entgegenzusetzen hat. Mit 167 Grand Prix ohne einen einzigen Podiumsplatz hält der Deutsche einen unrühmlichen Rekord in der Königsklasse, die in Hockenheim hätte enden können, wenn Hülkenberg die Nerven bewahrt hätte.

Offen sprach Abiteboul darüber, dass Hülkenbergs Chancen auf einen Anschlussvertrag für 2020 schlecht stehen. "Seien wir ehrlich. Im Moment prüfen wir die Optionen, die wir für die Zukunft haben. Nico weiß das", sagte der Renault-Boss und sprach nach bald dreijähriger Zusammenarbeit zwischen Renault und Hülkenberg von einer "sehr emotionalen Entscheidung."

Hülkenberg: "Schwierig, das zu schlucken"

In Budapest merkte man dem sonst eigentlich immer gut gelaunten Hülkenberg am Donnerstag die schlechte Laune an. "Es war schwierig, das zu schlucken. Die letzten Tage war die Stimmung nicht allzu gut bei mir", sagte Hülkenberg am RTL-Mikro mit Blick auf Hockenheim.

Dennoch gab er sich auch kämpferisch: "Natürlich helfen gute Resultate, aber jeder der gute Augen hat und gesunden Menschenverstand, sieht auch die 40 Runden davor und was ich da gefahren habe. Und die konnten sich sehr, sehr gut sehen lassen, waren gute Werbung."

Hülkenberg ist sich zudem sicher: "Es wird auch so eine Zukunft geben. In der Formel 1." Ob bei Renault oder anderswo blieb dabei aber offen.