F1-Comebacker im Interview

Hülkenberg: "Das ist Kasalla auf den Nacken"

05. August 2020 - 11:06 Uhr

Nico Hülkenberg spricht im RTL-Interview über die körperliche Belastung beim Comeback

Ein ereignisreiches und kurioses Wochenende liegt hinter Nico Hülkenberg. Binnen 24 Stunden startete er am vergangenen Donnerstag sein Blitz-Comeback für den F1-Rennstall Racing Point, kurvte souverän und solide durch die ersten Sessions und die Quali für den Großen Preis von Großbritannien. Dann machte ein Motorschaden kurz vor dem Start einen Strich durch die Renn-Comeback-Rechnung.

Der Perez-Ersatzmann erklärt im exklusiven Interview mit RTL-Reporter Felix Görner im Racing-Point-Werk, wie herausfordernd die Runden im RP20 waren, welche Hoffnungen er sich auf einen zweiten Start in Silverstone macht und wieso es einen Nachrichtenstau auf seinem Handy gab. Das Interview zeigen wir oben im Video.

Hülkenberg von 0 auf 100 - Das war "recht brutal"

Rund acht Monate dauerte die F1-Pause für den 32-Jährigen. Da zwackt es nach den ersten Runden in der Nackenmuskulatur, die die krassen G-Kräfte in diesem Ausmaße nicht mehr gewöhnt ist.

"Den Nacken habe ich auf jeden Fall gespürt. Es gibt eine generelle Fitness, wie wir sie alle kennen, wenn man laufen geht oder im Gym Zirkeltraining macht", erklärt Hülkenberg, "aber das Rennfahren mit den G-Kräften - das ist die Fahrfitness und die kriegst du einfach nur beim Fahren. Da kann man Gewichte stemmen, wie man will. Und das ist von 0 auf 100 recht brutal.

Da macht der Silverstone Circuit keine Ausnahme. "Da wird man von links nach rechts nach links geworfen. Auch nach der Hangar Straight in die drittletzte Kurve rein - auch brutal schnell, bei 300 km/h wird da voll eingelenkt. Ich weiß nicht wie oft, aber hier sind Querbeschleunigungen von über 5G ein paar Mal pro Runde. Das ist schon richtig Kasalla auf den Nacken."

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Video: Motor lässt Hülkenberg im Stich

Nach Rennen in Silverstone: "Ich habe Blut geleckt"

Hülkenberg bringt die Erfahrung von 177 Rennen mit und fuhr schon bis 2016 mit einer Unterbrechung vier Jahre lang für Racing Points Vorgänger Force India. Zuletzt saß er von 2017 bis 2019 im Renault-Cockpit und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt für 2020 erhalten.

Der Traum von einem weiteren Formel-1-Rennen lebt aber weiter. Noch ist aber unklar, ob er beim Großen Preis zum 70. Jubiläum am Sonntag (ab 14 Uhr live bei TVNOW) neben Lance Stroll für Racing Point an den Start gehen wird oder Sergio Perez zurückkehren kann. Der Mexikaner war nach einem positiven Coronatest in Quarantäne geschickt worden. "Ich glaube, die finale Antwort wird am Donnerstag kommen. Bis dahin müssen wir uns noch gedulden", so Hülkenberg.

Klar ist schon mal: Wenn es mit dem zweiten Rennen klappt, ist "Hulk" heiß wie Frikandelfett. "Natürlich habe ich am Wochenende Blut geleckt und bin heiß, wieder ins Auto zu steigen. Gar keine Frage. Aber ich bin ja temporärer Gast, das ist schon die Situation. Ich nehme es, wie es kommt."