Formel 1: Nach Strafe gegen Max Verstappen tobt Red Bull - "So zerstört man den Sport"

Max Verstappens Jubelfaust über Platz 3 in Austin kam zu früh - die Stewards machten dem Holländer einen Strich durch die Podest-Rechnung.
Max Verstappens Jubelfaust über Platz 3 in Austin kam zu früh - die Stewards machten dem Holländer einen Strich durch die Podest-Rechnung.
© imago/LAT Photographic, Steven Tee, imago sportfotodienst

27. Oktober 2017 - 22:08 Uhr

Nach der Strafe gegen Max Verstappen beim Großen Preis der USA in Austin schnauben die 'Bullen' vor Wut. Vor allem ein Formel-1-Rennkommissar zieht den Zorn der Red-Bull-Crew auf sich.

Stewards stoßen Verstappen vom Siegerpodest

Es war das Highlight des USA-GP in Austin: Wenige Kurven vor der schwarz-weiß-karierten Flagge wanzte sich Red-Bull-Pilot Max Verstappen mit einem spektakulären Manöver am Ferrari von Kimi Räikkönen vorbei auf Rang 3. Das Podest wäre eine angemessene Würdigung von Verstappens texanischer Aufholjagd gewesen, die der 19-Jährige von Startplatz 16 in Angriff genommen hatte.

Wären, ja wären da nicht die Regelwächter gewesen. Die Stewards sahen in Verstappens Manöver einen Regelverstoß und brummten dem fliegenden Holländer eine 5-Sekunden-Strafe auf. Begründung: Der Red-Bull-Pilot habe die Streckenbegrenzung verlassen und sich so einen unerlaubten Vorteil gegen Räikkönen verschafft.

Lauda und Marko geißeln Strafe

Ein Schuldspruch, der im Fahrerlager auf Entsetzen stieß. "Wieder mal eine typische Überreaktion der Stewards. Vollkommen falsch. Die Fahrer sollen fahren dürfen", grantelte Silberpfeil-Häuptling und Formel-1-Papst Niki Lauda am RTL-Mikrofon. Landsmann Helmut Marko ging noch weiter. "Solche Entscheidungen zerstören den Sport", tobte der Red-Bull-Berater und höhnte: "Wenn man Paragraphen reiten will: Gratulation, bestens gelungen!"

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Verstappen: "Immer dieser eine Idioten-Steward"

Einen Hauptschuldigen machten die 'Bullen' schnell aus: FIA-Steward Garry Connelly. Dem ehemaligen Rallye-Piloten, der regelmäßig als Rennkommissar fungiert, wirft das einstige Weltmeister-Team vor, Red Bull ganz besonders auf dem Kieker zu haben. "Es ist dieser eine Idioten-Steward da oben, der immer Entscheidungen gegen mich trifft", wütete Verstappen in Richtung Connelly. Teamchef Christian Horner pflichtete seinem Starpiloten bei: "Es ist immer der gleiche Steward."

Pikant: Connelly war auch vergangenes Jahr beim Mexiko-GP im Dienst, als Verstappen nach einem Duell mit Sebastian Vettel binnen einer halben Stunde erst von Rang 3 auf 4 und dann gar auf Platz 5 zurückgestuft wurde. Danach hatten die Stewards gelobt, Entscheidungen künftig nicht übers Knie zu brechen, sondern Fakten zu sichten und die Beteiligten anzuhören.

Verstappen Senior wittert Verschwörung

Red Bull kritisiert daher vor allem, keinerlei Chance bekommen zu haben, sich zu dem Manöver zu äußern oder Protest einzulegen. "Sofort ist die Entscheidung gekommen. Es wurde niemand angehört. Nichts", polterte Horner. Verstappen wies im RTL-Interview zudem darauf hin, in der Fahrerbesprechung sei abgemacht worden, es mit den Track Limits in Austin nicht so genau zu nehmen. Tatsächlich rauschten nicht nur in Kurve 17, wo Verstappen an Räikkönen vorbeizog, sondern auch an anderen Stellen mehrere Fahrer regelmäßig über die Streckenbegrenzung.

Was bleibt ist ein Gschmäckle. Verstappens Vater Jos jedenfalls witterte direkt eine rote Verschwörung im Automobil-Weltverband und taufte die FIA in 'Ferrari International Assistance' um.