Für Marko "eigentlich nur logisch"

Motoren-Showdown am Montag: Red Bull rechnet mit Motor-Freeze

F1 Grand Prix of Emilia Romagna - Practice & Qualifying
© Getty Images, Bongarts, AJB / WTM

25. Januar 2021 - 11:12 Uhr

Motoren-Regelwerk soll eingefroren werden

Am Montag ist Motoren-Showdown in der Formel 1: Die Teams und der Automobil-Weltverband FIA entscheiden darüber, ob das derzeitige Motoren-Reglement ab 2022 eingefroren wird. Genau das fordert Red Bull, um nach dem Ausstieg von Motoren-Partner Honda dessen Triebwerke ab nächstem Jahr in Eigenregie warten und einsetzen zu können. Team-Berater Helmut Marko rechnet damit, "dass die Abstimmung positiv für uns ausgeht".

"Mehr oder minder Zustimmung" zum Freeze

"Es gibt ja schon einen Budgetdeckel für die Einsatzkosten und für die Fahrer, das einzige, was noch unlimitiert ist, sind die Motorenkosten. Es ist also eigentlich nur logisch, dass es in diese Richtung geht. Noch dazu, weil 2025 höchstwahrscheinlich ein neues Motoren-Reglement kommen wird", erläuterte Marko im Interview mit RTL/ntv.

Über den Motor-Freeze gebe es bei Teams und F1-Verantwortlichen "mehr oder minder Zustimmung", so der Österreicher. Noch nicht geklärt sei die Frage, ob es "eine Art Sicherheitsnetz" geben soll, "wenn zum Beispiel ein Hersteller zwei Prozent außerhalb der höchsten PS-Zahl oder der höchsten Leistungsdichte eines anderen Herstellers ist".

Dieses Netz würde eine Aufhol-Entwicklung ermöglichen, wenn ein Hersteller weit zurückfällt. "Aber das ist eine Formulierungssache, das hat noch Zeit. Das Wichtigste ist erst einmal das Einfrieren. Damit ist eine Kostenlimitierung gegeben und damit für uns die Möglichkeit, die Honda-Triebwerke in eigener Regie zu warten und einzusetzen", sagte Marko.

Red Bull kann nur mit eigenen Motoren erfolgreich sein

Hintergrund: Red Bull steht nach dem Ausstieg von Motorenpartner Honda Ende 2021 ohne Triebwerk-Lieferant da. Der Rennstall fordert, dass die derzeitigen Hybrid-Aggregate nach der Saison 2021 (in der die Hersteller noch weiterentwickeln dürfen) eingefroren werden.

Das derzeitige Motoren-Regelwerk gilt bis 2025, ab 2023 werden die Motoren aus Kostengründen ohnehin eingefroren. Red Bull will das Ganze schon ein Jahr früher, weil eine technische Weiterentwicklung – die sonst 2022 noch erlaubt wäre – die Ressourcen der Truppe aus Milton Keynes sprengen würde.

Marko betonte erneut, dass die Formel-1-Zukunft von Red Bull an der Motorenfrage hänge. Eine Zusammenarbeit mit einem anderen Hersteller (Mercedes, Ferrari, Renault) sei keine Option.

"Beim Kauf eines Motors bekommt man ein Triebwerk, das auf die Bedürfnisse des jeweiligen Herstellers ausgelegt ist. Wenn wir das selbst machen, kommt es zu einer Abstimmung mit den Chassis-Leuten, was Kühlung, Aerodynamik und das alles angeht. Mittelfristig braucht man ein eigenes Triebwerk oder einen eigenen Motorenpartner, um erfolgreich zu sein", sagte Marko.

Mutige Entscheidung

Die Entscheidung, die Honda-Motoren in Eigenregie weiter zu nutzen, sei "sehr mutig" und auch "finanziell eine größere Investition", erklärte Marko. "Aber das neue Motorenreglement, das ja auch eine Kostengrenze haben und wesentlich einfacher sein wird, gibt uns die nötige Unabhängigkeit, um die Zukunft zu planen und erfolgreich zu sein."

Helmut Marko exklusiv: