Ex-Weltmeister droht Ferrari-Aus

Mick Schumacher schwebt als Damoklesschwert über Vettel

F1 Grand Prix of Bahrain
© Getty Images, Bongarts

09. April 2019 - 16:26 Uhr

Druck auf Vettel ist groß

Sebastian Vettel steht vor seinem letzten Schuss. In diesem Jahr muss er Weltmeister werden - ansonsten ist seine Zeit bei Ferrari wohl vorbei. Zwar läuft sein Vertrag noch bis 2020, doch schon im vergangenen Herbst schreckte eine Meldung auf, dass die Scuderia nach der laufenden Saison eine Klausel ziehen und den Kontrakt vorzeitig auflösen kann. Heißt für Vettel: Champion werden - oder fliegen! Als Nachfolger wird nach dem Bahrain-Desaster bereits ein berühmter Name gehandelt.

Ferrari hat einen neuen "Goldjungen"

2015 war Vettel in Maranello angetreten, um dem "cavallino rampante" (springenden Pferd) wieder die Sporen zu geben und in die Fußstapfen des legendären Rekordweltmeisters Michael Schumacher zu treten. Doch spätestens seit der letzten, von zahlreichen Querelen im Team geprägten Saison sind die Zweifel in Italien groß, ob der viermalige Weltmeister dafür der richtige Mann ist. Zu oft leistete sich Vettel Aussetzer auf der Strecke und warf leichtfertig Chancen weg.

Seit Saisonbeginn sitzt Charles Leclerc anstelle des Vettel-Kompagnons Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Der Monegassse ist mehr als nur ein Kronprinz. Schon beim zweiten Rennen in Bahrain düpierte der 21-Jährige seinen zehn Jahre älteren Stallgefährten in Qualifying und Rennen. "Die Wahrheit der Wüste: Leclerc ist der wahre Rivale Hamiltons. Ferrari hat in Bahrain seinen Goldjungen gefunden", urteilte La Repubblica.

Leclerc eine Gefahr für Vettel

Vettel zerbrach an sich selbst und machte mit seinem Dreher einen "entsetzlichen Fehler" (The Sun). Maranello schaue einer Zukunft entgegen, "in der es keinen Platz mehr für Vettel gibt", schrieb der Corriere dello Sport nach dem enttäuschenden 5. Rang des Deutschen.

Leclerc ist eindeutig eine Gefahr für Vettel. "Es war ziemlich offensichtlich, dass ich nicht das Tempo von Charles mitgehen konnte", gestand Vettel. Die Luft im WM-Kampf ist damit ziemlich früh schon ziemlich dünn für ihn. 22 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Valtteri Bottas hat er bereits, 21 Zähler trennen ihn von Titelverteidiger Lewis Hamilton. Leclerc liegt knapp vor ihm.

Dienstag steigt Mick in den Ferrari

Und im Hintergrund lauert ein gewisser Schumi Jr. "An der Seite des talentierten Leclerc könnte bald Mick Schumacher sitzen", legte der Corriere dello Sport nach. Am Dienstag werden die italienischen Gazzetten dann endgültig Purzelbäume schlagen, dann nämlich sitzt mit Mick erstmals wieder ein Schumacher in der Roten Göttin.

Der 20-Jährige wird bei den Testfahrten in Bahrain ins Cockpit des Dienstwagens von Vettel und Leclerc steigen. "Insgesamt ist das eine sehr aufregende Woche, ich hatte noch kaum Zeit, mich damit zu beschäftigen, weil ich mich voll auf die Formel 2 konzentriert habe", sagte Schumacher nach seinem Debüt im Unterbau der Königsklasse bei RTL: "Das war die bessere Strategie. Aber ab sofort kann ich mich auf das Formel-1-Auto freuen."

Kaum auszudenken, sollte Mick auch noch schnelle Zeiten im Ferrari SF90 fahren.