Formel 1: Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist "gnadenlos in der Fehleranalyse"

Toto Wolff ist ein Freund klarer Worte.
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06. September 2018 - 9:20 Uhr

Mercedes-Mitarbeiter brauchen dickes Fell

'Kreide fressen verboten' – so oder ähnlich könnte man die interne 'Stallorder' bei Mercedes betiteln. Wer ein Mitglied bei den Silberpfeilen sein will, sollte ein Freund klarer Worte sein. Und ein dickes Fell besitzen. Vor allem im Bereich der Fehleranalyse nehme man intern kein Blatt vor den Mund, betonte Teamchef Toto Wolff.

'No-blame'-Kultur

"Bei uns existiert eine absolute 'no-blame'-Kultur - wir sind also gnadenlos in der Fehleranalyse", sagte der Teamchef der Silberpfeile im Interview mit "Die Welt". "Unser Motto lautet 'tough love'. Das bedeutet, wir sprechen alles aus, was notwendig ist."

Man pflege intern eine Ansprache, die "offen und geradeaus" ist, so Wolff. "Es ist ein guter Weg, um uns alle weiterzuentwickeln, ohne dass es jemanden persönlich trifft oder beschädigt. Es geht nur um das Erreichen eines gemeinsamen Ziels."

Hamilton besser als Vettel

Weniger klare Worte findet der Österreicher mit Blick auf dem WM-Kampf mit Ferrari. Titelverteidiger Lewis Hamilton liegt mittlerweile 30 Punkte vorn, doch Wolff gibt sich demütig. "Man kann überhaupt keine Prognosen mehr treffen, weil Ferrari und Mercedes auf Augenhöhe sind."

Auf Augenhöhe? In puncto Fahrer sieht der 46-Jährige mit Blick auf Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ein klares Plus bei Silber. Lewis Hamilton  sei "der beste Formel-1-Fahrer der letzten Jahre". Vielleicht auch wegen der klaren Fehleranalyse bei Mercedes.