Hamiltons nächster WM-Titel mit Neuerungen in Gefahr?

Formel 1: Mercedes-Teamchef Toto Wolff gegen neue Rennformate

Motor Racing - Formula One World Championship - Bahrain Grand Prix - Race Day - Sakhir, Bahrain
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02. Juni 2020 - 9:20 Uhr

Nur ein Team offenbar gegen neue Rennformate

Grünes Licht für die Formel 1: Am 5. Juli geht's endlich los, den Auftakt der ungewöhnlichen Saison machen zwei Geisterrennen in Spielberg (Österreich). Damit es bei zwei Rennen auf der gleichen Strecke nicht langweilig wird, diskutiert die Formel 1 derzeit neue Rennformate. Doch nicht alle Teams scheinen dafür offen. Der Vorschlag habe grundsätzlich "überwältigende Unterstützung" erhalten, verrät Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Interview mit "Sky". Doch ein Team sei nicht begeistert. "Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto (Wolff, Mercedes-Teamchef, Anm. d. Red.). Weil er glaubt, dass das Lewis' Chancen auf eine siebte Weltmeisterschaft zu sehr beeinträchtigt", so Horner.

Sprintrennen als Qualifying

Zwei Rennen an zwei Wochenenden auf der gleichen Strecke - zweimal der gleiche Sieger? Genau dieses mögliche Szenario will die Formel 1 aufmischen und hat wieder einmal ein Sprint-Rennen als Qualifying ins Spiel gebracht.

Völlig neu ist der Vorschlag nicht: Bereits in der vergangenen Saison wurde über ein neues Qualifying-Format diskutiert. Die Idee, das Qualifying an drei Rennwochenenden testweise durch ein Sprintrennen zu ersetzen, sorgte für große Diskussionen. Denn angedacht war, dass sich die Startaufstellung für das Samstagsrennen aus dem WM-Stand ergeben hätte - nur in umgekehrter Reihenfolge. Die Teams lehnten die Neuerung damals ab - jetzt hätte sich zumindest Red Bull auf solch ein neues Format gefreut.

Horner: Schade, dass wir Chance nicht nutzen

"Das Problem ist", so Horner, "dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich das gleiche sein wird, wenn wir zweimal unter dem gleichen Format auf der gleichen Strecke fahren. Jetzt hätten wir die Chance, mal etwas anderes auszuprobieren. Und solange vor Beginn des ersten Rennens klar ist, was wir machen, und das nicht während der Saison geändert wird, hätten wir damit kein Problem", erklärte der Red-Bull-Teamchef gegenüber "Motorsport-Total.com".

Laut Horner habe es ein Team gegeben, das dagegen war. "Schade, dass wir diese Chance deswegen nicht nutzen können." Eine bessere Möglichkeit, ein neues Format auszurprobieren, werde man nicht kriegen. 

Not-Rennkalender steht

Neben dem Doppel-Rennwochenende zum Auftakt in Österreich sollen auch in Silverstone (England) im August zwei Rennen gefahren werden.

Der inoffizielle Not-Kalender sieht außerdem Rennen in Ungarn, Spanien, Belgien und Italien vor. Ein Deutschland-GP in Hockenheim scheint vorerst vom Tisch. Sollte keines der bisher geplanten Rennen ausfallen, wird die Formel 1 nicht Station in Deutschland machen.