„Kein großartiges Jahr“

Hamilton schlägt Alarm: Power, wir brauchen mehr Power

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22. Oktober 2019 - 11:11 Uhr

Weltmeister erhöht Druck auf Mercedes

Diese Aussagen müssen für die Konkurrenz klingen wie blanker Hohn. 2019 war "kein großartiges Jahr für uns", klagte Lewis Hamilton – genau der Hamilton, der die Fahrer-WM in der Formel 1 mit 64 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas anführt und mit Mercedes die Konstrukteurs-WM bereits vier Rennen vor Schluss eingetütet hat.

Ferrari "unglaublich schnell"

Dass es sportlich eine weitere herausragende Saison des Seriensiegers war, bestreitet der Brite auch gar nicht. Was ihm aber Sorgen bereitet, ist die "nicht herausragende" Motorenentwicklung seines Teams.

Seit 2014 dominierten die Silberpfeile die Königsklasse vor allem wegen ihrer unbändigen Power, doch seit vergangenem Jahr untergräbt Ferrari die eigentliche Kernkompetenz von Mercedes. In diesem Jahr ist der Motor der Roten unbestritten das Nonplusultra.

"Es ist unglaublich, wie schnell sie sind", staunte Hamilton, nachdem er in der Schlussphase des Japan-GP von Sebastian Vettel abgekocht worden war. Einen Ferrari zu überholen, sei für ihn unmöglich – selbst "im Schlepptau, mit DRS, maximaler Power und allem anderen".

Highlights des Japan-GP im Video

Daher richtete der fünfmalige Weltmeister seine Worte mit sanften Druck an die Entwicklungs-Crew. "Ich denke, es war eine sehr schwere Zeit für die Jungs", wird Hamilton bei "Autosport" zitiert. "Sie haben so hart gearbeitet wie immer, aber es war einfach nicht so erfolgreich."

Mit Blick auf das nächste Jahr liegen ihm vor allem zwei Dinge am Herzen: Auf der einen Seite müsse der "Luftwiderstand verringert", auf der anderen die "Leistung gesteigert" werden. Er habe aber volles Vertrauen ins Team, den Turnaround zu schaffen. Denn: "Wir haben Zeit für das nächste Jahr." Angesichts der gewonnenen Team-WM und des fast sicheren Fahrertitels mehr als genug.