Formel 1: Mercedes dominiert Freitags-Training in Silverstone

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15. Juli 2017 - 10:16 Uhr

Silbergrau war die bestimmende Farbe am ersten Trainingstag zum Formel-1-Rennen in Silverstone: Unter ein grauen Wolkendecke fuhren die Mercedes-Silberpfeile im Home of British Motor-Racing in einer eigenen Liga.

Ferrari fährt weit hinterher

Schnellster Mercedes-Pilot war jedoch nicht Lokalheld Lewis Hamilton, sondern Spielberg-Sieger Valtteri Bottas. Der Finne behauptete sich in beiden Freitagstrainings knapp vor seinem Teamkollegen und markierte in der 2. Session am Nachmittag in 1:28,496 Minuten die Tagesbestzeit. Allerdings geht Bottas mit einem großen Handicap ins Qualifying am Samstag: Weil an seinem Silberpfeil ein unerlaubter Getriebewechsel durchgeführt wurde, wird er um fünf Plätze strafversetzt.

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel konnte das Tempo der Silbernen nicht mitgehen. Fast eine halbe Sekunde länger benötigte der Ferrari-Star für eine schnelle Runde auf dem 5,891 Kilometer langen Silverstone Circuit. Ähnlich groß war der Zeitabstand zwischen Ferrari und Mercedes auch im Renntrimm mit schwerem Auto - trotz zusätzlicher 15 PS, die Ferrari seinen roten Rennern für den Großbritannien-GP spendiert hat.

Hülkenberg macht Renault zur vierten Kraft

Vettel musste sich als Vierter zudem Stallgefährte Kimi Räikkönen geschlagen geben, dem jedoch ebenfalls drei Zehntel auf die Spitze fehlten.Noch größer war der Rückstand der Red-Bull-Piloten auf den Plätzen 5 und 6: Max Verstappen war sechs Zehntel langsamer als Bottas, Daniel Ricciardo sogar eine gute Sekunde. Auch der Australier muss am Sonntag wegen eines unerlaubten Getriebewechsels fünf Plätze weiter hinten starten.

Hinter den Bullen fuhr Nico Hülkenberg in 1:29,936 Minuten auf Platz 7. Nach einem völlig verkorksten Auftakttraining gelang dem Renault-Pilot damit am Nachmittag eine beachtliche Steigerung. Im Gegensatz zu Pascal Wehrlein: Der Sauber-Mann war im 2. Freien Training gut drei Zehntel langesamer als sein Stallrivale Marcus Ericsson und landete damit auf dem letzten Platz.

Hat Ferrari noch nicht alles gezeigt?

Vettel hatte sich vor dem ersten Warmfahren noch zuversichtlich gezeigt, dass der Silverstone Circuit mit seinen ungemein schnellen Kurven dem Ferrari liegen müsste. Möglicherweise hatte Ferrari am ersten Trainingstag die zusätzlichen PS noch gar nicht frei gegeben. Potenzial dürfte jedoch auch bei Hamilton noch sein.

Unbeeindruckt von der Kritik an seinem Fehlen beim Showevent in London inklusive Pfiffen und Buhrufen der Fans, absolvierte der Brite sein Programm. Als einziger drehte er seine schnellste Runde am Nachmittag auf den soften Reifen und nicht wie auch Bottas auf dem weicheren und damit schnelleren supersoften Gummis.

Hamilton Seriensieger in Silverstone

Vor dem zehnten von 20 Saisonläufen führt Vettel (171 Punkte) in der WM-Wertung mit 20 Zählern vor Hamilton (151), dahinter folgt Bottas (136). Während Hamilton von seinen vier Silverstone-Siegen zuletzt drei in Folge feierte, stand Vettel einzig 2009 mit Red Bull ganz oben auf dem Podest.