Unterschrift bei Ferrari bis 2024

Toto Wolff zweifelt an Leclercs Vertragslaufzeit

2019 Mexican GP MEXICO CITY - OCTOBER 25: Toto Wolff, Executive Director (Business), Mercedes AMG during the 2019 Formu
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14. Februar 2020 - 13:34 Uhr

Mercedes-Boss glaubt an Ausstiegsklauseln

Im Dezember letzten Jahres kurz vor Weihnachten beschenkte sich die Scuderia Ferrari selbst und tüteten einen neun Deal mit Formel-1-Shootingstar Charles Leclerc ein. Das neue Arbeitspapier gilt laut Ferrari bis 2024. Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist jedoch skeptisch, dass Leclerc wirklich bis 2024 an die Roten gebunden ist – er glaubt an Ausstiegsklauseln im Kontrakt.

"Verträge viel komplexer als von den Medien dargestellt"

"Es würde mich wundern, wenn sich beide jungen Fahrer über fünf Jahre committen zu einem Team und überall anders die Türen zuschlagen", sagte Wolff im Interview mit "Auto Motor und Sport". Die Verträge seien "oft komplexer als von den Medien dargestellt". Wolff spielt in diesem Fall auf verschiedene Ausstiegsklauseln in den Verträgen von Leclerc und Max Verstappen an.

Auch der Niederländer hatte seinen Vertrag bei Red Bull kürzlich bis 2023 verlängert. Bereits in seinem vorigen Vertrag waren diverse Klauseln inbegriffen. Der 22-jährige Red-Bull-Pilot hätte beispielsweise frühzeitig aussteigen können, wenn er im Sommer nicht mindestens Dritter in der Fahrerwertung gewesen wäre.

Toto Wolff sorgt sich nicht um Mercedes' Fahrer-Zukunft

Dass mit Leclerc und Verstappen zwei der heißesten Fahrer auf dem Markt bereits länger vergeben sind, macht Wolff keine Sorgen. Er ist überzeugt, dass auch nach der Ära Lewis Hamilton weiter die besten Fahrer zu den Silberpfeilen wollen - vorausgesetzt Mercedes baut weiterhin das schnellste Auto.

"Solange wir ein schnelles Auto haben - das ist unsere erste Priorität -, werden wir immer vor der Situation stehen, dass wir uns aussuchen können, wer diese Autos fährt", ist sich der Österreicher sicher. Auch an potenziellen Fahrern mangelt es nicht: "Wir haben Junioren, auf die wir setzten, die einen richtig guten Job gemacht haben. George Russel ist bei Williams absolut fehlerfrei gefahren und auch Esteban (Ocon, Amd.d.Red.) hat bei Renault einen Platz für die nächsten Jahre. Wir haben also einen Pool von jungen Fahrern, auf den wir zugreifen können", stellte Wolff klar.

Mercedes: Lewis Hamilton spricht mit Toto Wolff über Verlängerung

Im Gegensatz zu Red Bull und Ferrari konnten die Deutschen noch nicht mit ihrem Top-Star verlängern. Jedoch befinde man sich im Austausch mit Hamilton. Dass die Verhandlungen aufgrund der vergebenen Fahrerplätze bei den anderen Top-Teams einfacher werden, schließt Wolff aus: "Als Fahrer auf diesem Niveau hast du immer mehrere Optionen. Nicht nur eine. Genauso wie wir als Team mit einem konkurrenzfähigen Auto mehrere Optionen haben. Er wird für sich - so wie wir auch für uns - alle möglichen Szenarien durchspielen, welche Möglichkeiten es gibt."

Trotzdem sieht Wolff gute Chancen für eine weitere Zusammenarbeit. "Ich glaube, wir sind in einer sehr ausgeglichenen Situation. Er möchte gerne im schnellsten Auto fahren, und wir möchten gerne den besten Fahrer haben. Insofern war das in den letzten Jahren immer sehr harmonisch", sagte der 48-Jährige.