Kampfansage von Teamchef Seidl

McLaren schielt aufs Podium: "Wenn die anderen straucheln ..."

13. April 2021 - 19:55 Uhr

Formel 1: Andreas Seidl exklusiv über McLarens Podiumsträume

McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist heiß auf das zweite Formel-1-Rennen in Imola (am Sonntag live ab 13.30 Uhr bei RTL) und träumt von Podiumsplätzen seiner beiden Fahrer. Im exklusiven RTL/ntv-Interview schwärmt er vom Auftakt in Bahrain und erklärt, wie er sein Team neben den Branchenführern etablieren möchte. Die wichtigsten Aussagen zeigen wir Ihnen oben im Video.

McLaren schon wieder Dritter

Stolze 18 Punkte, Platz drei. Nach dem ersten Rennen der Saison 2021 rangiert McLaren auf dem Bronzeplatz der Konstrukteurswertung. Genau dort, wo sie auch schon in der Vorsaison landeten und wo sich der Rennstall aus Woking im Selbstverständnis mittlerweile verortet. Klar, bislang gab es nur ein Rennen, aber es war der erste Fingerzeig, wo die Papaya-Reise 2021 hingehen könnte.

Der deutsche Teamchef sieht seinen Rennstall jedenfalls auf einem guten Weg. "Wir haben wieder einen Schritt näher heran gemacht an Red Bull und Mercedes. Das ist ermutigend", sagte Seidl im RTL/ntv-Interview mit Blick auf den Saisonauftakt. Diese kontinuierlichen Schritte seien der Schlüssel, "um in Zukunft wieder ganz vorne mitkämpfen zu können".

Das Fazit nach dem ersten Rennen in Sakhir fiel daher auch durchweg positiv aus. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf des ersten Rennwochenendes", sagte Seidl und betonte, dass es bei gleich zwei wichtigen Aspekte rundlief. Zum einen die neue Motor-Kooperation mit Mercedes, zum anderen die neue Fahrerpaarung aus dem jungen und talentierten Lando Norris und F1-Routinier Daniel Ricciardo. Das habe "sehr gut funktioniert", so Seidl, der zugleich die Wagen-Performance lobte. "Wir hatten ein Fahrzeug, dass sehr competetive war." Norris fuhr am Ende auf den starken vierten Platz, Ricciardo wurde beim engen Hamilton-Sieg in der Wüste Siebter.

Starke Konkurrenz ist ein Dorn im Auge

Doch die Konkurrenz schläft nicht, das weiß auch Seidl. "Leider haben auch unsere Konkurrenten riesige Schritte gemacht", analysiert er. "AlphaTauri war sehr, sehr stark, Ferrari auch. Und Alpine und Aston Martin werden stark sein an den nächsten Rennwochenenden. Das ist der Kampf, in dem wir uns sehen."

Bei all dem engen Stoßstangenkuscheln im Mittelfeld hat Seidl dennoch eine Vision, die mehr in Richtung Spitze des Feldes geht. "Trotzdem haben wir das Ziel, öfter in der Nähe von Red Bull und Mercedes zu sein, um ein Rennwochenende, wo die anderen vorne mal straucheln, nutzen zu können und das eine oder andere Podium einzufahren. Wir wollen jede Möglichkeit nutzen, um aufs Podium zu fahren."

Und nach den Podien sollen mittelfristig dann die ganz großen Erfolge zurückkommen. "Wir träumen alle davon, Teil von einer Generation bei McLaren zu sein, die es wieder schafft, Rennsiege einzufahren und irgendwann wieder um Meisterschaften zu kämpfen."

Wie er solche Siege feiern würde, sehen Sie im Video.

Video: Seidl über seine Erfolgsträume mit McLaren

Seidl liebt Strecken wie Imola

Doch nach Bahrain ist vor Imola. Der Kurs in Italien bringt neue Herausforderungen mit sich. Wie wird sich der britische Rennstall auf der engen und schmalen Strecke schlagen? Seidl freut sich jedenfalls auf den nächsten Stresstest. "Ich liebe die traditionellen Strecken, die auch den einen oder anderen hohen Curb haben, der nichts verzeiht."

Die McLaren-Marschroute für das Rennwochenende steht: "Wichtig ist, am Samstag weiter vorne zu stehen, damit wir uns am Sonntag leichter tun." Denn dann soll der nächste Angriff aufs ja so begehrte Podium erfolgen.

Dafür muss bei aller eigenen Stärke aber einiges zusammenkommen. "Für mich ist es ein Top-Ergebnis, wenn wir das drittbeste Team sind. Man muss realistisch sein, wenn die zwei Top-Teams vorne ihre Topleistung abrufen können, dann wird's schwierig, aufs Podium zu fahren." Wichtig sei es daher, "einen gewissen Druck" auf die Platzhirsche auszuüben und "da zu sein, wenn es die Möglichkeiten gibt."

So wie vor drei Wochen eben, als Norris McLaren gleich wieder zum besten Team hinter Mercedes und Red Bull machte.

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