Sa | 14:00

Formel 1: Max Verstappen und Lewis Hamilton glänzen beim Training für den GP von Kanada

Kommt auf der Ile Notre Dame noch nicht in Schwung: Sebastian Vettel
Kommt auf der Ile Notre Dame noch nicht in Schwung: Sebastian Vettel © dpa, Tom Boland, ryr wal pat

Verstappen der Schnellste, Hamilton der Stärkste

Technische Probleme bei Daniel Ricciardo, ein lange zurückhaltender Sebastian Vettel und Rätselraten um die schwache Performance der Hypersoftreifen: Das Freie Training zum Grand Prix von Kanada in Montreal (Sonntag, ab 19.05 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Livestream bei TVNOW.de und in der TV NOW App) bot viele spannende Aspekte. Die schnellste Runde fuhr am ersten Trainingstag Max Verstappen, den stärksten Eindruck hinterließ aber Lewis Hamilton.

Hamilton mischt mit harten Reifen vorne mit

Verstappen steigerte sich in der zweiten Trainingseinheit auf den Hypersoftreifen auf 1:12,198 Minuten und setzte sich damit knapp gegen Kimi Räikkönen (+0,130) und Teamkollege Ricciardo (+0,405) durch. Im Gegensatz zu den Top 3 verzichtete Mercedes auf den Einsatz der schnellsten Pneumischung und fuhr trotzdem ganz vorne mit. In 1:12,777 Minuten landete Hamilton auf den deutlich härteren Supersofts auf Platz vier und damit noch einen Rang vor Vettel.

Vettel weilte verdächtig lange an der Box und schleppte seine Loria auf Hypersoftpneus auf einen mageren 5. Platz (+0,787), Spekulationen über technische Schwierigkeiten an Loria wies Ferrari aber zurück.

Motorprobleme bei Ricciardo

Red Bull versuchte dagegen erst gar nicht, die Probleme an Ricciardos Einsatzfahrzeug runterzuspielen. "Im Umfeld des Motors" suchten die Bullen nach dem Fehlerteufel und widersprachen Spekulationen, nach denen die eingebaute alte MGU-K den RB14 lahmlegte.

Den Elektromotor der Rennen in Australien und Bahrain hatte Red Bull wieder hervorgekramt, um einer Strafversetzung Ricciardos zu entgehen. Beim Sieg in Monaco hatte das zweite erlaubte Aggregat den Dienst quittiert, der Einbau einer neuen MGU-K hätte Ricciardo in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten geworfen.

Erst kurz vor Schluss fuhr der formstarke Australier auf den Circuit Gilles Villeneuve und mit ermutigenden Rundenzeiten in die Spitzengruppe. Letzter des Sextetts der Top-Teams war Valtteri Bottas (+0,863) im zweiten Silberpfeil. Auch der Finne verzichtete dabei auf Hypersoft-Tests.

Hypersoftreifen halten nur ein paar Runden

Offen ist, ob die schweinchenrosafarbenen Hypersofts im Rennen überhaupt zum Einsatz kommen. Die Teams berichteten, dass die weichen Pneus auf der bremsintensiven Strecke in Montreal extrem schnell abbauen.

Im Qualifying dürften die Top-Teams deshalb pokern und versuchen, auf den Ultra- oder Supersoftreichen die Quali für die finale Zeitenjagd der Top 10 zu erreichen. Dem Reglement entsprechend müssen die Teams im Rennen mit dem Pneu starten, mit dem sie in Q2 die schnellste Zeit fahren.

Sainz und Vandoorne küssen die Mauer, Hülkenberg weit hinten

Die Aufreger des Nachmittags lieferten Carlos Sainz und Stoffel Vandoorne. In Kurve 7 krachte der Spanier Sainz in die Streckenmauer und zerstörte Heck und Unterboden an seinem Renault, Vandoorne küsste in Kurve 10 die Mauer und schrottete hinten rechts die Radaufhängung. Die Session musste nach den Unfällen jeweils kurzzeitig unterbrochen werden.

Schlecht läuft es bislang auch bei Nico Hülkenberg: Trotz Motoren-Update im Heck reichte es für den Deutschen mit 1,8 Sekunden Rückstand auf die Spitze nur zu Rang 14.

Murmeltier crossing

Nichts für schwache Nerven war der Ausflug einiger Murmeltier, die die Strecke mehrfach kreuzten. Romain Grosjean erwischte dabei leider eines der kleinen Kerlchen, die im St.-Lorenz-Strom beheimatet sind.