Mercedes erstmals geschlagen

Verstappen-Festspiele in Silverstone - Vettel tobt

09. August 2020 - 21:40 Uhr

Hülkenberg zeigt tolle Leistung

Hats off, Sir Max! Verstappen-Festspiele in Silverstone: Max Verstappen hat die Siegesserie von Mercedes beim "Jubiläums-GP 70 Jahre Formel 1" durchbrochen und Red Bull dank einer überragenden Strategie den ersten Erfolg der Saison beschert (die Highlights des Rennens gibt's oben im Video). Der Holländer verwies die "Schwarzpfeile" von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas auf die Plätze 2 und 3.

Eine tolle Leistung zeigte auch Comebacker Nico Hülkenberg. 252 Tage nach seinem bislang letzten Formel-1-Rennen verpasste der 32-Jährige zwar das Podest, zeigte aber eine tadellose Leistung. Rang 7 stand am Ende zu Buche.

Nur heftige Reifen-Vibrationen verhinderten eine bessere Platzierung. Keine Spur von fehlender Praxis. Umso trauriger für alle deutschen Fans, dass er seinen Platz im Racing-Point-Cockpit wieder Sergio Perez überlassen muss.

Mercedes kämpft mit den Reifen

Auf harten Walzen gestartet verfolgte Verstappen von Beginn an eine andere Strategie als die anderen Top-Teams, blieb deutlich länger draußen. Und das sollte sich auszahlen. Bei Temperaturen bis zu 27 Grad kämpften besonders die Mercedes wieder mit den Reifen. Blasenbildung inklusive. Verstappen zog mit den harten Pneus dagegen konstant seine Bahnen auf dem Silverstone Circuit.

In Runde 15 erfolgte die Wachablösung: Verstappen eroberte nach dem ersten Boxenstopp von Hamilton die Spitze, die er nur kurz bei seinem eigenen ersten Service in Umlauf 27 wieder abgeben musste: Auf nagelneuen Medium-Puschen sortierte sich der Niederländer kurz hinter Bottas wieder ins Feld ein und schnupfte den Finnen kurz darauf gekonnt auf.

Der Strategie-Poker der Bullen ging auf – Verstappen ließ sich den Sieg nicht mehr aus der Hand nehmen. In Runde 33 kamen der Red-Bull-Mann und Verfolger Bottas zeitgleich zum zweiten Reifenwechsel in die Box – Verstappen blieb vorne.

Mad Max krallt sich Bottas

Mercedes doch nicht unbezwingbar

Der Red-Bull-Star stoppte damit die Mercedes-Serie – die "Schwarzpfeile" hatten zuvor alle Grand Prix seit dem Saisonstart Anfang Juli gewonnen. Für Hamilton blieb nach drei Triumphen in Folge "nur" Rang 2 vor seinem Teamkollegen Bottas.

Vettel dreht sich und schimpft aufs Team

Einen gebrauchten Tag erwischte (wieder) Sebastian Vettel. Und seine Mannschaft. Unmittelbar nach dem Start verlor der Ferrari-Pilot – von Position 12 ins Rennen gegangen - nach einem Dreher viele Positionen, fiel auf den letzten Platz zurück. 

Nachdem er sich zwischenzeitlich auf Rang 9 vorgekämpft hatte, hing er nach einem schlecht getimten Boxenstopp im Verkehr. Und kochte: "Ich hänge genau da fest, wo wir nicht hinwollten. Wir hatte das heute Morgen besprochen. Ihr habt den Stopp ausgerechnet. Es ist euer Fehler", maulte der viermalige Weltmeister per Funk Richtung Boxengasse.

Am Ende reichte es für Platz 12. Wind auf die Mühlen aller Kritiker, die Ferrari vorwerfen, für Vettel nicht alles zu geben. To be continued …

Gewitterwolken bei Ferrari - leiste Titelhoffnungen bei Red Bull

Vibrationen verhindern besseres Hülkenberg-Ergebnis

Hülkenberg zeigte im "Home of British Motor Racing" dagegen, warum ihn die Teamchefs für 2021 fett auf dem Zettel haben sollten. Zwar verlor der "Hulk" gleich am Start einen Platz an Verstappen. Danach aber lenkte der 32-Jährige seinen Racing Point blitzsauber durch die schnellen Silverstone-Ecken, lag konstant zwei Sekunden vor seinem Stallkollegen Lance Stroll.

Pech für Hülkenberg: Wegen starker Reifen-Vibrationen rief ihn sein Team in Runde 45 zu einem dritten (Extra-)Stopp. Hülkenberg fiel von Platz 5 auf 7 zurück. "Wir wollten auf Nummer sicher gehen, damit Nico das Rennen beenden kann", erläuterte Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer noch während des Rennens in einer Live-Schalte bei RTL.

"Ich glaube nicht, dass ich es auf dem zweiten Reifensatz zu Ende geschafft hätte", sagte auch Hülkenberg nach dem Rennen: "Ich hatte hinten links eine riesen Blase. Das war schon extrem zum Schluss."