Ferrari sieht von Protest ab

Rennleitung gnädig: Verstappen wird Rennsieg in Österreich nicht aberkannt

03. Juli 2019 - 14:42 Uhr

Erlösende Nachricht für Verstappen und Red Bull

Max Verstappen darf seinen hart erkämpften Sieg beim Grand Prix von Österreich behalten. Nach anderthalbstündiger Diskussion rang sich die Rennleitung in Spielberg dazu durch, dem Niederländer nicht die befürchtete Fünf-Sekunden-Strafe für sein Überholmanöver gegen Charles Leclerc aufzubrummen. Die lange umstrittene Aktion seht ihr oben im Video.

Stundenlange Diskussionen und große Verwirrung

Dabei hatte Verstappen die gut 30-minütige Anhörung bei den Stewards noch mit den Worten "Ich sage jetzt besser nichts" verlassen. Kurz darauf war offenbar im offiziellen FIA-Chat für Medien eine gefälschte Bestätigung aufgetaucht, nach der der Holländer unter Berufung auf Paragraph 38.3 bestraft werde.

Die FIA benötigte danach geschlagene 75 Minuten, um tatsächlich zu einer Entscheidung zu finden und diese bekanntzugeben. In der Begründung der Rennleitung heißt es, dass nach dem Studium der Videobilder keiner der beiden Fahrer für die leichte Kollision verantwortlich zu machen sei; die Situation demnach als sogenannter "Racing incident", das heißt normaler Rennzwischenfall, zu werten ist.

Hier seht ihr das vollständige FIA-Urteil.

Starke Reaktion von Ferrari

Ferrari kündigte kurz nach der Bekanntgabe an, dass das Team anders als bei der Strafe gegen Sebastian Vettel in Kanada von einem Protest absehen wird. "Es gibt Rechtsmittel und wir könnten bis heute Abend unsere Protestabsicht anmelden, um dann später zu protestieren. Aber wir haben entschieden, das nicht zu tun", sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

Die Scuderia will damit ein Zeichen für mehr Rennsport und weniger Entscheidungen am grünen Tisch setzen. "Wir glauben nämlich, dass es das Richtige für den Sport ist, das Kapitel zuzuschlagen und nach vorne zu schauen", sagte Binotto und forderte eine Änderung der Regeln: "Es ist an der Zeit, etwas zu verändern und nach vorne zu schauen, was zukünftige Rennunfälle betrifft. Wir haben schon oft gesagt, dass wir die Fahrer kämpfen lassen sollten."

"Insofern sind wir zwar unglücklich über diese Entscheidung und unterstützen diese nicht, verstehen aber, dass wir nach vorne schauen müssen. Das ist das Richtige für den Sport und die Formel 1."

Mehrheit auf Verstappens Seite

Viele Formel-1-Fans, Experten und Fahrer hatten sich zuvor bereits für Verstappen ausgesprochen. RTL-Experte Christian Danner lobte den Red-Bull-Piloten beispielsweise für sein Manöver und betonte, dass es dafür keine Strafe geben dürfe.

In der drittletzten Runde eines atemlosen Rennens hatte Verstappen seine Aufholjagd vom zwischenzeitlichen Platz acht gekrönt, als er sich in Kurve drei innen neben den führenden Leclerc schob und sich vorbei presste. Die beiden Boliden touchierten sich dabei leicht und dem Ferrari-Piloten blieb nur der Weg über die hohen Curbs neben die Strecke, um schlimmeres zu verhindern.

Ergebnis und Zeiten vom Österreich-GP.

Der Live-Ticker zum Österreich-GP zum Nachlesen.