Formel-1-Testfahrten in Barcelona

Lewis Hamilton und Mercedes lassen beim Auftakt die Muskeln spielen

F1 Winter Testing in Barcelona - Day One
© Getty Images, Bongarts, AJB

19. Februar 2020 - 19:07 Uhr

Vettel verpasst ersten Testtag

Auftakt nach Maß für Lewis Hamilton und Mercedes - Fehlstart für Ferrari und Sebastian Vettel: Während der Deutsche beim ersten Formel-1-Test-Tag des Jahres aus gesundheitlichen Gründen passen musste und Teamkollege Charles Leclerc nur hinterher fuhr, demonstrierten die Silberpfeile auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona Stärke: Weltmeister Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas sicherten sich die Plätze 1 und 2.

Mercedes aus dem Stand schnell und zuverlässig

Bottas markiete zunächst am Vormittag in 1:17,313 die Bestzeit, nach der Mittagspause übernahm dann Hamilton den neuen Mercedes W11 EQ Performance und unterbot seinen Stallrivalen um mehr als 3 Zehntel. Eine Machtdemonstration auch gegenüber Bottas, zumal Hamilton bei seiner schnellste Runde auf der zweithärtesten Reifenmischung unterwegs war, Bottas dagegen fuhr seine persönliche Bestzeit auf den schnelleren Medium-Pneus.

Mit einer Tagesbestzeit von 1:16,976 Minuten kam Hamilton bereits bis auf gut sieben Zehntel an Vettels Rundenrekord aus dem Vorjahr heran. Der Mercedes W11 EQ Performance präsentierte sich aber nicht nur sauschnell, sondern auch noch unglaublich zuverlässig: Ohne Probleme spulten die Silberpfeil-Piloten gemeinsam 173 Runden ab.

Racing Point überraschend schnell

Nur zwei Teams schafften annähernd so viele Runden wie das Weltmeister-Team: Red Bull Racing kam mit Max Verstappen am Steuer des RB16 auf 168 Umläufe auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs, McLaren hatte mit Carlos Sainz am Ende des Tages 161 Runden auf der Uhr. Bei den Rundenzeiten trennten beide jedoch Welten von Mercedes.

Verstappen hatte als Vierter auf der gleichen Reifenmischung wie Hamilton eine halbe Sekunde Rückstand auf den Briten, Sainz landete auf Rang 6 - neun Zehntel hinter dem sechsmaligen Champion. Am nächsten heran an die Mercedes-Männer kam überraschend Sergio Perez im Racing Point RP20, der verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Silberpfeil aufweist. Von Hamilton trennten den Mexikaner 4 Zehntel, von Bottas lediglich 62 Tausendstel.

Wolff: "Man darf noch nicht so viel hineinlesen"

Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatte auch Ferrari keine sichtbaren größeren Probleme, doch sowohl bei den Zeiten als auch bei den gefahrenen Runden waren die Roten weit entfernt von Mercedes und Red Bull. Charles Leclerc, der am morgen kurzfristig für den erkälteten Vettel eingesprungen war, beendete den ersten Testtag mit 132 gefahrenen Runden auf Platz 11 von 15 Fahrern. Von der Bestzeit trennten den Monegassen 1,313 Sekunden.

Für gewöhnlich ist die Aussagekraft der Bestzeiten besonders an den ersten Testtagen noch relativ gering. Die Rennställe sammeln vor allem Daten und experimentieren mit ihren Boliden. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff warnte daher auch davor, die Zeitabstände überzubewerten. "Man darf noch nicht so viel hineinlesen", sagte der Österreicher am RTL-Mikrofon. Manchen Teams seien mit leeren Tanks, andere mit vollen unterwegs gewesen, die einen mit aufgedrehter Motorleistung, die anderen gedrosselt. Mit der Performance beider Piloten sei er aber "sehr" zufrieden (das gesamte Interview mit Wolff sehen Sie im Video).

Vettel Einsatz für Donnerstag geplant

Dieser zweite Test wird in der kommenden Woche vom 26. bis 28. Februar ebenfalls in Barcelona stattfinden. Zuvor stehen aber noch an diesem Donnerstag und Freitag zwei weitere Übungseinheiten auf dem Programm - dann mit Vettel. Wie Ferrari mitteilte, ist der erste Einsatz des viermaligen Weltmeisters für Donnerstagnachmittag eingeplant. Am Freitag soll der SF1000 dann komplett Vettel zur Verfügung stehen.