Vettel im 1. Sotschi-Training in den Top 10

Reifen ruiniert: Hamilton zum Start seiner Rekord-Mission auf Abwegen

25. September 2020 - 18:22 Uhr

Bottas top, Hamilton weit zurück

Lewis Hamilton ist mit einem fetten Verbremser in die Mission Schumi-Rekord gestartet. Der Formel-1-Weltmeister stieg beim 1. Freien Training zum Russland-GP (Sonntag, 12 Uhr live bei RTL und TVNOW) in Kurve 2 zu spät in die Eisen, rumpelte in die Auslaufzone und ruinierte sich seinen zweiten Satz harter Reifen. Weil Mercedes danach keine frischen Walzen mehr riskieren wollte, landete Hamilton auf durchgenudelten Gummis mit fast drei Sekunden Rückstand nur auf dem 19. und vorletzten Platz.

"Diese Reifen sind hinüber"

Dass der Sieg in Sotschi trotzdem nur über Mercedes geht, zeigte Valtteri Bottas. Der Russland-Spezialist fuhr in 1:34,923 Minuten die Bestzeit, verwies Daniel Ricciardo (Renault/+0,507 Sekunden) und Max Verstappen (Red Bull/+0,654) auf die Plätze.

Ganz ohne Probleme lief es aber auch für Bottas nicht. Der Finne kam in Kurve 13 kurz von der Strecke ab, musste die Auslaufzone bemühen.

Hamilton ruinierte sich seine Pneus dagegen in der zweiten Kurve, die mit Highspeed angebremst wird. "Diese Reifen sind hinüber", funkte der Brite an die Box – und lag mit seiner Blitz-Diagnose richtig.

Sorgen machen muss sich Hamilton aber nicht. Mercedes ist am Schwarzen Meer das Nonplusultra, gewann bisher jeden Russland-GP seit 2014. Mit einem Sieg am Sonntag würde der Engländer Michael Schumachers Rekord von 91 GP-Siegen einstellen.

Dreher-Festival zum Auftakt

Das Grip-Niveau auf dem Sochi-Autodrom machte nicht nur Hamilton zu schaffen. Die Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean drehten sich von der rutschigen Piste, McLaren-Pilot Carlos Sainz titschte bei einem Ausritt gegen die Bande und verlor seinen Heckflügel.

Ober-Crash-Kid der Session war aber Nicholas Latifi: Der F1-Rookie verlor in Kurve 10 die Kontrolle über seinen Williams und landete im Reifenstapel. Zum Glück nicht zu wild – Latifi kletterte unverletzt aus seinem zerdepperten Boliden.

Vettel endlich mal wieder vor Leclerc

Im Vergleich dazu lief es für die krisengeplagten Ferrari zum Sotschi-Auftakt fast schon reibungslos. Sebastian Vettel belegte Rang 9 (+1,4) und landete endlich mal wieder vor seinem Scuderia-Rivalen Charles Leclerc (11./+1,973).

Die Roten selbst erwarten an der Schwarzmeer-Küste trotz eines Uprades allerdings keine großen Fortschritte.