Formel 1: Lewis Hamilton fährt lieber Rennen in London als in Hanoi

Lewis Hamilton möchte lieber durch London als durch Hanoi rasen
© Getty Images, Bongarts, wt

14. November 2018 - 15:06 Uhr

Erst London - dann ab ins All

Zumindest in Sachen Formel 1 ist Lewis Hamilton konservativ. Der Weltmeister spricht sich gegen eine Ausweitung in exotische und für mehr Rennen in den traditionellen Ländern aus. Und nach seiner F1-Karriere möchte er gerne ins Weltall.

Rennen in Indien fand Hamilton "befremdlich"

Lieber Fish and Chips statt Pho: Lewis Hamilton hat keine rechte Lust auf das vietnamesische Nationalgericht (eine angenehm gewürzte Suppe mit Reisnudeln, Gemüse und reichlich Fleisch), sondern würde gerne das englische ein zweites Mal genießen. Übersetzt heißt das: Der fünfmalige Weltmeister hat sich gegen eine Ausweitung der Formel 1 in exotische Länder wie Vietnam ausgesprochen und sich im Gegenzug für mehr Rennen in klassischen Motorsport-Ländern wie Großbritannien stark gemacht. "Wenn du neben dem Grand Prix in Silverstone noch einen in London hättest, wäre das richtig cool", sagte der Engländer in einem Interview mit der BBC.

Statt in der englischen Metropole wird die Königsklasse 2020 erstmals in Hanoi fahren. "Aus Sicht des Rennfahrers weiß ich nicht, wie wichtig es ist, in solche neue Länder zu gehen", sagte Hamilton mit beinahe asiatischer Zurückhaltung, um dann deutlicher zu werden. "Ich war in Indien, das war angesichts der Armut dort befremdlich. Und dann haben wir dort diesen gewaltigen, modernen Kurs irgendwo im Nirgendwo. Da habe ich in mir schon einen Konflikt gespürt", führte der Brite aus. In der Türkei sei kaum einer zum Rennen gekommen. "Cooles Wochenende, aber wenige Zuschauer", so Hamilton.

Weltmeister setzt auf Tradition

Der neue Besitzer der Formel 1, Liberty Media, hatte bei der Übernahme 2017 angekündigt, weitere Märkte zu erschließen. Dies würde den Trend fortführen, der die Formel 1 seit 2004 in Länder wie China, Bahrain, die Türkei, Singapur, Abu Dhabi, Südkorea, Indien, Russland und Aserbaidschan geführt hat.

Im Gegenzug stehen die Rennen in den klassischen Motorsport-Ländern Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich und Belgien immer wieder auf der Kippe. "Wir haben eine Menge Tradition in diesen Ländern, die USA sind auch wieder im Kommen. Aber wir haben nur jeweils ein Rennen dort", führte Hamilton aus, "wenn das mein Geschäft wäre, würde ich mich für mehr Wettbewerbe dort einsetzen."

Die Welt ist Hamilton nicht genug

Der BBC verriet Hamilton auch einen großen Lebenstraum. "Ich will ins All", sagte der 33-Jährige, "ich war vergangenes Jahr bei der NASA. Das war atemberaubend. Danach hatte ich den Traum vom Flug ins All."