Königsklasse macht Abläufe und Zeremonien Corona-fest

Formel 1: Keine Fahrerparade und Champagner-Dusche beim Neustart

Sebastian Vettel to Leave Ferrari At End of Season F1 Grand Prix of Singapore
Sebastian Vettel to Leave Ferrari At End of Season F1 Grand Prix of Singapore
© Getty Images, Bongarts

14. Juni 2020 - 8:32 Uhr

Ross Brawn erklärt neue Regeln

Wegen der Corona-Pandemie ändert die Formel 1 für den Saisonstart in Spielberg (3. bis 5. Juli live bei RTL und online im Livestream auf TVNOW und der TVNOW App) ihre Siegerehrungen sowie die Abläufe vor den Rennstarts. Statt Champagner-Dusche auf dem Podium gibt es nach den Grands Prix künftig eine Zeremonie auf der Zielgeraden, wie F1-Sportchef Ross Brawn mitteilte.

"Eine Möglichkeit wäre, die Autos auf der Strecke aufzustellen, und die Fahrer stehen davor", sagte der Brite. Die Trophäen könnten nach den Rennen nicht wie bisher übergeben werden, da der Abstand nicht einzuhalten sei. Dafür gebe es aber neue Ideen, die die F1-Macher auf ihre TV-Tauglichkeit prüften.

Garagen-Interviews statt Parade

Vor dem Start könnten sich die 20 Piloten nicht wie bisher eng nebeneinander für die Nationalhymne des Gastgeber-Landes aufstellen, so Brawn. Auch eine Fahrerparade, bei der alle Piloten gemeinsam auf dem offenen Oberdeck eines Busses um die Strecke kutschiert und dabei interviewt werden, sei derzeit nicht möglich. "Also werden wir jeden von ihnen vor der Garage interviewen", kündigte der 65-Jährige an.

Brawn schloss auch eine Startaufstellung aus, auf der wie bisher hunderte Teammitglieder und Gäste umherwimmeln. "Die Praxis, die wir in der Vergangenheit hatten, kann es einfach nicht geben", betonte er. Es gebe dennoch viele Wege für ein das Publikum ansprechendes Grand-Prix-Format, "ohne Gesundheit und Sicherheit zu gefährden".

Brawn: "Das ist der neue Standard"

Brawn ist sicher, dass die Formel 1 auch beim Neustart ohne Zuschauer im Juli interessant und aufregend sein wird. "Es wird einfach nur anders. Das ist der neue Standard", sagte das frühere Ferrari-Superhirn. Es sei ungewiss, wie lange die Corona-Praxis Bestand habe. "Aber das wird sicher der neue Standard für den Rest des Jahres sein", so Brawn.

Die Formel 1 will am 5. Juli mit einem Österreich-Doppelpack in Spielberg ihre 71. Saison starten. Bislang stehen acht Grands Prix in Europa fest im neuen Kalender. Insgesamt plant die Rennserie mit 15 bis 18 WM-Läufen bis Mitte Dezember.

RTL.de/dpa