Wieder Verbremser beim Weltmeister

2. Training: Bottas stiehlt Hamilton erneut die Show

25. September 2020 - 18:30 Uhr

Formel 1 in Russland: Sotschi ist Mercedes-Land

Der Weltmeister gibt Gas: Nach seinem verkorksten Start ins Sotschi-Wochenende samt durchgenudelten Reifen meldete sich Lewis Hamilton mit der zweitbesten Zeit im 2. Aufgalopp zum Russland-GP zurück – erneut verhinderte aber ein Verbremser eine bessere Zeit. Am Sonntag kann der Brite den Schumacher-Rekord der meisten GP-Siege (91) einstellen. Beide Ferrari-Piloten schafften es in die Top 10. Die Highlights vom Trainingsauftakt gibt es oben im Video.

Formel 1 in Sotschi: Nächste Runde im F1-Wahnsinn

Am schnellsten raste bei feinstem Schwarzmeerküsten-Sonnenschein und 28 Grad Lufttemperatur (36 Grad auf dem Asphalt) Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas über das "Sochi Autodrom". Der Finne, der in Russland 2017 seinen ersten GP-Sieg feierte, präsentierte sich in Topform. Schon das 1. Training am Freitagvormittag war klar an Bottas gegangen.

Der Vize-Weltmeister raste im 2. Training an der Schwarzmeerküste in 1:33,519 Minuten am schnellsten über den Kurs am Olympiagelände. Hamilton folgte mit knapp 0,3 Sekunden Rückstand.

Die Ergebnisse im Überblick

Mercedes bei Longruns in eigenem Universum

Mercedes drückte in der 2. Session auf die Tube und spulte als erstes Team schnelle Runden auf frischen Soft-Pneus ab. Hamilton war auf Bestzeitkurs, ehe ihn ein weiterer Verbremser die Top-Position kostete.

Nach dem Fehler war es wie schon am Vormittag um die Reifen geschehen. Davon profitierte Teamkollege Bottas, der sich wieder vor den Briten setzte. Anschließend rissen die Schwarzpfeile ihre Longrun-Runden ab. Auch diese Zeiten versprechen nicht gerade Spannung für Sonntag. Nur Verstappen drang ansatzweise in die Sphären von Bottas und Hamilton vor, aber auch ihm fehlten schon sechs Zehntel.

Nach den beiden Mercedes klaffte wie gewohnt eine große Lücke. Erster Mann nach Silber war überraschenderweise Renault-Mann Daniel Ricciardo (+1,058), der sich damit als erster Mercedes-Jäger des Tages etablierte. Schon im 1. Training hatte der Honigdachs mit P2 gut lachen.

Vettel und Leclerc in den Top 10

Davon können die Ferrari-Fans nur träumen. Sebastian Vettel stellte seinen SF1000 auf Platz 10 ab (+1,6), zwei Plätze hinter Teamkollege Leclerc (+1,5). Trotz Sotschi-Upgrade spielt Ferrari wieder mal die gefühlt fünfte oder sechste Geige im F1-Streichkonzert.

McLaren katapultierte sich nach schwachem Ergebnis in FP1 in die Top 5. Carlos Sainz sprang im zusammengeflickten Auto auf Rang 4 (+1,2), Lando Norris auf P5 (+1,3).

Sainz war nach seinem Abflug in die Streckenbegrenzung in FP1 wieder am Start, genauso wie Crash-Kid Nicholas Latifi (Williams). Sowohl die McLaren- als auch die Williams-Mechaniker mussten Extraschichten einlegen, um die Boliden der beiden wieder auf Vordermann zu bringen.

Perez schneller trotz fehlender Upgrades

Im Mittelfeld herrschte enges Gedränge: Zwischen Platz 4 (Sainz) und 10 (Vettel) lagen nur vier Zehntel.

Kleine Überraschung bei Racing Point: Sergio Perez, der noch nicht die Updates am Auto bekommen hat, setzte sich im teaminternen Duell gegen seinen Stallrivalen Lance Stroll durch und war in seinem pinken Renner 0,7 Sekunden schneller.

Die Piloten hatten die rutschige Russen-Piste etwas besser im Griff als am Vormittag. Ohne Dreher ging die Session aber nicht über die Bühne. Diesmal erwischte es Lance Stroll und Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot beendete das Training nur auf dem siebten Platz.