Rosberg: Ferrari lässt Vettel im Stich

Silverstone: Sebastian Vettel am absoluten Tiefpunkt

© dpa, Ryan Remiorz, pch tli fgj fdt

15. Juli 2019 - 12:25 Uhr

Schlechtestes Ergebnis mit Ferrari

Sebastians Vettels Seuchen-Saison geht weiter. Mit einem Manöver der Kategorie Doof – wie er selbst gestand – crashte sich der Ferrari-Pilot in Silverstone zum absoluten Tiefpunkt: Platz 16, so schlecht war Vettel - wenn er die Zielflagge sah - noch nie mit der Scuderia. Mehr als zehn Jahre muss man zurückgehen, um den 32-Jährigen in einem Klassement in ähnlichen Gefilden wiederzufinden: Beim Türkei-GP am 11. Mai 2008 landete er im Toro Rosso auf Platz 17.​

Beim 70. Großbritannien-GP feiert Lewis Hamilton seinen 80. GP-Sieg

In Silverstone wäre nach einem schwachen Qualifying eine Podiumsplatzierung möglich gewesen, doch Vettel kommt in diesem Jahr aus der Krise einfach nicht raus: 37. Runde beim Großbritannien-GP - durch eine Safety-Car-Phase kurz vor Rennhalbzeit ist Vettel auf Position 3 nach vorne gespült worden. Vor ihm fahren die beiden Mercedes-Piloten - doch Valtteri Bottas muss auf jeden Fall noch einmal Reifen wechseln.

Vettel liegt damit auf Podiumskurs, als von hinten Max Verstappen heran- und an ihm vorbeifliegt. Der viermalige Champion versucht zu kontern, verbremst sich und rauscht dem Red-Bull-Youngster ins Heck. Beide drehen sich von der Strecke, Verstappens Bolide kommt einigermaßen ungeschoren davon, Vettel ruiniert die Nase seines roten Renners, fällt weit zurück - und kassiert auch völlig zurecht noch eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe.

Sehen Sie die gesamte Szene unten im Video.

Video: Sebastian Vettel räumt Max Verstappen ab

Vettel gibt sich reumütig

"Das geht auf meine Kappe, ich habe mich auch schon bei Max entschuldigt", gab sich Vettel nach dem Rennen reumütig. "Ich dachte, ich hätte eine Chance auf der Innenseite, aber in dem Moment ist die Lücke wieder zugegangen, da war ich dann zu dicht dahinter und zu spät", beschrieb der Ferrari-Mann die Szene: "Ich bin natürlich nicht zufrieden, das war schon doof, weil ich glaube, das Ergebnis wäre gut gewesen."

Während sich Lewis Hamilton nach seinem 6. Heim-Sieg von 141.000 Fans in Silverstone wie ein Popstar feiern ließ, war Vettel wieder einmal der Verlierer des Tages. Zumal sein jüngerer Teamkollege Charles Leclerc ihm als Dritter einmal mehr die Schau stahl. Noch rangiert der Monegasse in der WM-Wertung hinter Vettel – allerdings nur drei Punkte. Doch die WM kann Vettel wohl schon zur Saisonmitte endgültig abhaken: 100 Punkte trennen ihn bereits von Spitzenreiter Hamilton. Ferrari droht ein weiteres Jahr ohne Titel.

Was Vettel zu seinem Rennen zu sagen hatte, sehen Sie unten im Video.

Vettel: "Das geht auf meine Kappe"

Rosberg: "Ferrari lässt Vettel gerade im Stich"

Neben einer Strafe, eigenen Fehlern oder Pannen des Teams, die Vettel ausbremsten - der Ex-Champion hat derzeit vor allem eine Baustelle: Der Ferrari SF90 passt einfach nicht zu seinem Fahrstil. "Ferrari hat einen Fehler gemacht beim Konzept des Autos und somit haben sie jetzt sehr viel Übersteuern im Kurveneingang. Und das ist immer eine Achillesferse gewesen vom Sebastian, er braucht ein stabiles Heck, um Selbstvertrauen zu haben im Auto", erläuterte RTL-Experte Nico Rosberg.

Die Schuld für den Absturz von Vettel sieht der Ex-Weltmeister eher beim Team: "Ferrari lässt ihn gerade ein bisschen im Stich mit dem Auto. Er fühlt sich einfach nicht wohl im Auto und die kriegen es nicht hin, ihm da weiterzuhelfen", sagte Rosberg. In Maranello bereitet man sich stattdessen laut Medienberichten schon auf die Zeit nach Vettel vor. Daniel Ricciardo oder Valtteri Bottas sollen als Nachfolger des glücklosen Deutschen auf der Liste der Ferrari-Bosse stehen. Auch solche Meldungen dürften nicht dazu beitragen, Vettels Selbstbewusstsein zu stärken.

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