Rätselraten nach Plattfuß-Serie in Silverstone

Toto Wolff: Keine voreiligen Schlüsse ziehen

03. August 2020 - 9:48 Uhr

Drei Platten in irrer Schlussphase

Drei Plattfüße, aber nur ein Hallelujah – während Valtteri Bottas und Carlos Sainz beim Großbritannien-GP wegen Reifenschäden sicher geglaubte Punkte verloren, rettete sich Lewis Hamilton praktisch auf einem Dreirad zum England-Rekordsieg. Drei Schäden binnen kürzester Zeit – jedes Mal zerfetzte es den linken Vorderreifen. In der Formel 1 herrscht nach der Platten-Serie Rätselraten. Warum gingen die Pneus kaputt? Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff stellte nach dem Rennen bei RTL klar: Mercedes habe keinesfalls gezockt und seine Fahrer mit waidwunden Reifen extralange auf der Strecke gelassen, um einen Doppelsieg einzufahren. Das Interview mit dem Österreicher sehen Sie oben im Video.

Verstappens Reifen völlig zerschnitten

Wolff schob den schwarzen Peter auch nicht Reifenhersteller Pirelli zu. Die Schäden seien "nicht absehbar" gewesen, so der Silber-Teamchef, man dürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Die Frage: Gingen die Reifen wegen eines strukturellen Problems kaputt oder aufgrund "äußerer Einflüsse", wie Wolff andeutete?

Max Verstappens Gummis etwa seien von Carbon-Teilen komplett zerschnitten gewesen, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Der Holländer hatte wegen eines Zusatz-Stopps den möglichen Sieg verpasst – kurz nach Verstappens Reifenwechsel ging Hamiltons linker Pneu ein.

In der Schlussphase des Rennens war an Kimi Räikkönens Alfa Romeo ein Stück vom Frontflügel abgefallen. Möglich, dass einige Fahrer über die scharfen Teile rasten und sich dabei die Reifen ruinierten. "Pirelli muss das jetzt analysieren", forderte Wolff.

Zweites Rennen könnte zur Strategie-Schlacht werden

Dass beim zweiten Silverstone-Rennen am kommenden Wochenende eine noch weichere Mischung zum Einsatz kommt, sieht Wolff nicht als Problem.

"Ob weicher oder härter, macht da nicht viel Unterschied. Gibt es ein strukturelles Problem, würde das der weichere Reifen auch nicht verschlimmern. Dann muss man halt öfter stoppen."

Womöglich steht den F1-Fans beim "Grand Prix zum 70. Geburtstag" der Königsklasse also ein Strategie-Krimi ins Haus.