"Er kann gewinnen"

F1-Fahrer trauen Kronprinz Russell den Sakhir-Sieg zu

George Russell
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05. Dezember 2020 - 12:52 Uhr

Formel 1 in Sakhir: Was ist drin für Russell?

Wenn George Russell am Wochenende in den W11 von Lewis Hamilton steigt, beginnt gleichzeitig sein Bewerbungsverfahren für ein Mercedes-Cockpit in der nahen Zukunft. Da der 22-Jährige in Sakhir beim 2. Wüsten-GP (Sonntag ab 16.05 Uhr bei RTL und auf TVNOW) im schnellsten Auto des Feldes sitzt, sehen ihn seine Konkurrenten sogar als legitimen Favoriten auf den Sieg unter Flutlicht.

Neue Welt für George Russell

From Zero to Hero? Dem Briten eröffnet sich durch die Corona-Infektion des Weltmeisters Hamilton eine ganz neue Welt: Er könnte um einen GP-Sieg in der Formel 1 mitfahren. Bislang sieht er im unterlegenen Williams meistens die Bremslichter der enteilten Konkurrenz. Russell wartet weiter Ende seiner zweiten Saison auf seine ersten WM-Punkte.

Doch beim 2. Rennen in Bahrain ist nun eben alles anders: andere Strecke, andere Zeiten und eben ein anderer Mercedes-Pilot im Spotlight.

Lando Norris, gegen den Russell 2018 in der Formel 2 um den Titel kämpfte, legt sich vorab fest: "Ich glaube, dass er auf Pole fahren kann", so der McLaren-Pilot. "Ich glaube, dass er gewinnen kann." Bahrain 2 könnte zwar das schwierigste Wochenende für Mercedes in dieser Saison werden, "aber ich weiß ja, was für ein guter Fahrer er ist. Insofern erwarte ich Großes von ihm."

Leclerc wettet auf "einen Sieg"

Russells ehemaliger Kart-Rivale Charles Leclerc ist ebenfalls hoffnungsfroh, was die Siegchancen des Hamilton-Ersatzmanns betrifft: "Er wird mindestens aufs Podium fahren, aber ich hoffe, dass er sogar gewinnen kann", sagte der Monegasse am Donnerstag. "Ich weiß schon, dass das sehr optimistisch ist. Aber ich weiß auch, wie gut er ist. Ich wette auf einen Sieg."

Albon, ein weiterer Kart-Konkurrent aus alten Zeiten, schlägt in die gleiche Kerbe "Er wird allen zeigen, was er kann. "Ich bin mir sicher, dass er schnell sein wird."

George I. in Bahrain II?

Red-Bull-Mann Max Verstappen weist die Favoritenrolle indes weit von sich. Der Niederländer sieht auch auf der "Oval"-Strecke in Bahrain das übermächtige Mercedes ganz vorne. "George braucht vielleicht das erste Training, um auf Speed zu kommen. Aber dann ist er voll da."

Verstappen gelang 2016 nach seiner Beförderung von Toro Rosso in den Red Bull auf Anhieb ein Sieg. "Vielleicht gesteht er das jetzt nicht ein, aber das ist eine super Chance für ihn, zu zeigen, wie gut er ist", so Verstappen. Seine Begründung ist simpel, aber stichhaltig: "Er sitzt im besten Auto. Damit hat er schon mal einen Puffer. Selbst wenn er sich nicht wohlfühlen sollte, reicht dieser Puffer aus, um ganz vorne zu fahren."

Die Erwartungshaltung an den Kronprinzen der Mercedes-Juniorprogramms ist jedenfalls jetzt schon nahezu weltmeisterlich.