Formel 1 in Österreich: Sebastian Vettel verpasst die Pole Position in Spielberg

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11. Juli 2017 - 13:06 Uhr

Ein Fehler auf der letzten Runde und ein technischer Defekt von Haas-Pilot Romain Grosjean haben Sebastian Vettel die mögliche Pole Position beim Formel-1-Spektakel in Spielberg gekostet. Im Qualifying zum Großen Preis von Österreich verpasste der Ferrari-Star die Bestzeit nur um 0,042 Sekunden.

Hamilton verliert fünf Startplätze

"Meine beste Runde war halt nicht schnell genug", sagte Vettel unmittelbar nach Ende des Qualifyings. "Ich bin trotzdem zufrieden, das Auto ist top. Ich hoffe auf ein tolles Rennen." Positiv aus der Sicht von Vettel: Er ließ seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton hinter sich. Dem Mercedes-Pilot unterlief auf seiner letzten Runde ebenfalls ein Fehler, bevor ihn das Missgeschick von Grosjean endgültig ausbremste - der Franzose blieb wenige Sekunden vor Ende der Session auf der Strecke stehen.

Damit musste sich Hamilton mit Platz 3 begnügen. "Es sollte heute einfach nicht mehr für mich sein, aber es ist okay so", sagte der Brite. "Ich werde alles geben, um die Jungs da vorne einzuholen." Dazu muss er aber zunächst die fünf Positionen gut machen, die er in der Startaufstellung durch einen Getriebewechsel verliert.

Bottas zum zweiten Mal auf Startplatz 1

Das bedeutet: Bevor er Vettel angreifen kann, muss Hamilton nicht nur an dessen Teamkollegen Kimi Räikkönen, sondern auch noch an beiden Red-Bull-Piloten sowie Sergio Perez im Force India vorbei kommen. "Im Rennen kann ja immer alles passieren", verbreitete Hamilton Optimismus, räumte aber ein: "Es geht um Schadensbegrenzung."

Den Platz an der Sonne im Grid sicherte sich Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas. Bei sommerlichen Temperaturen umrundete der Finne den 4,326 Kilometer langen Berg- und Tal-Kurs in 1:04,251 Minuten und startet damit am Sonntag im Rennen zum zweiten Mal in seiner Karriere von Position 1. "Es wird ein interessanter Kampf, aber mein Ziel ist klar: Ich will gewinnen. Ich kann das Rennen kaum abwarten", sagte Bottas.

Hülkenberg erreicht das Maximum

Pech hatte Nico Hülkenberg: Um die Winzigkeit von 53 Tausendstelsekunden verpasste der Renault-Pilot das Finale der besten Zehn. Trotzdem war er zufrieden. "Platz 11 war das Höchste der Gefühle. Das ist das Beste, was ging mit dem Auto und mit dem Motor momentan", sagte Hülkenberg, der sich auch deutlich vor seinem Stallgefährten Jolyon Palmer behauptete.

Für den Briten war als 16. bereits als nach Q1 Schluss - ebenso wie für Pascal Wehrlein. Der 22-Jährige musste sich zudem seinem Sauber-Kollegen geschlagen geben. Mit knapp anderthalb Zehntel Rückstand auf Marcus Ericsson landete der 22-Jährige in der ersten K.o.-Runde auf dem letzten Platz. "Irgendwie gibt es Probleme mit meinem Motor, dass sich die Batterie nicht voll auflädt", klagte Wehrlein.

Hamilton setzt Hoffnung auf Reifen-Taktik

Während Vettel und die anderen Topfahrer in der entscheidenden Phase der Qualifikation die ganz weiche Reifenmischung wählten, fuhr Hamilton auf den etwas härteren Gummis. Mit diesen Supersofts nimmt der Vorjahressieger seine Aufholjagd in Angriff. "Ich mache mir keine Illusionen, das sind die langsameren Reifen", sagte Hamilton. "Es geht in erster Linie um einen langen ersten Lauf."

Sechs Plätze trennen Vettel also von seinem ärgsten Widersacher. Der Blick des viermaligen Weltmeisters richtet sich aber nach vorne. Vettel ist fest entschlossen, endlich seine trübe Spielberg-Bilanz aufzupolieren und damit in der Fahrerwertung Hamilton weiter zu distanzieren. Seine beste Platzierung war 2015 Rang vier. "Es ist ein langes Rennen und es kann viel passieren", meinte Vettel.