Wenn nicht in Österreich, wo dann?!

Lange Geraden, steile Passagen - Sebastian Vettel hofft auf Spielberg-Effekt

28. Juni 2019 - 10:39 Uhr

Spielberg sollte Ferrari liegen

Für Sebastian Vettel steht der Große Preis von Österreich (Sonntag ab 14 Uhr live bei RTL und online im Livestream bei TVNOW und in der TVNOW App) unter dem Motto 'wenn nicht hier, wo dann'. Der Red Bull Ring in Spielberg mit vielen Geraden und wenig Kurven sollte dem Ferrari eigentlich wie auf den Leib geschnitten sein. Doch was heißt das in dieser Formel-1-Saison schon?

Ferrari-Motor könnte Trumpf sein

"Was uns am meisten entgegenkommt, sind die vielen Geraden", sagte Vettel vor dem 9. Saisonrennen (siehe Video oben). Vor allem die Bergauf-Passagen sollten der Scuderia in die Karten spielen. An einigen Stellen ist die Alpenpiste ungewöhnlich steil für eine F1-Strecke. Hier sollte der starke Ferrari-Motor ebenso zum Tragen kommen wie der geringere Luftwiderstand des SF90.

Auf den Power-Strecken Bahrain und Kanada war Ferrari schon auf Augenhöhe mit Mercedes. Am Persischen Golf verhinderte ein Defekt Charles Leclercs ersten GP-Sieg, in Montreal machte eine umstrittene Strafe Sebastian Vettel einen Strich durch die Rechnung. In Spielberg könnte Ferrari nach langer Durststrecke endlich mal wieder Champagner schlürfen.

Wolff stapelt mal wieder tief

Könnte wohlgemerkt. Denn Mercedes ist momentan derart überlegen, dass ein Vettel-Sieg in Spielberg trotz der Österreich-Vorteile Ferraris schwer vorstellbar ist. Der Branchenprimus hat mal wieder einen tadellosen Allround-Boliden zusammengeschraubt, der auf allen Strecken funktioniert. Lewis Hamiltons 76 Punkte Vorsprung auf Vettel sprechen eine klare Sprache.

Mit Blick auf das Rennen in der Steiermark tut der Mercedes-Motorsportchef trotzdem das, was er Spöttern zufolge am besten kann: tiefstapeln.

"Österreich ist auf dem Papier nicht so gut für uns. Es geht steil den Berg rauf, und es wird heiß sein. Das sind die Stärken von Ferrari, sie haben Power und kommen gut mit der Kühlung klar", so der Österreicher. Ähnliches hat Wolff schon oft gesagt, nur um am Rennwochenende zu sehen, wie seine Silberpfeile alles in Grund und Boden fahren.

Vettel: Gutes Qualifying wichtig

Doch nicht nur wegen Mercedes' Stärke weiß Vettel, dass Österreich für ihn ein schweres Pflaster wird – trotz seines starken Motors. "Auf dieser Strecke ist es schwierig, alles exakt zu treffen", sagte der viermalige Weltmeister. Außerdem müsse die Scuderia schon am Samstag voll auf dem Posten sein, damit es was wird mit seinem ersten Sieg seit Spa 2018. "Für ein gutes Rennen brauchen wir hier auf jeden Fall auch ein gutes Qualifying."