Formel 1 in Österreich: Red Bull sehnt sich nach Erfolgsserie zurück

Oct. 27, 2013 - New Delhi, India - SEBASTIAN VETTEL of Germany and Infiniti Red Bull Racing is seen celebrating in the pit lane after claiming his fourth consecutive Formula 1 World Championship at the Formula 1 Indian Grand Prix 2013 at the Buddh In
Sebastian Vettel feierte von 2010 bis 2013 mit Red Bull vier WM-Titel in Serie.
imago sportfotodienst, imago/ZUMA Press

Der gigantische Bulle ist nicht zu übersehen. 15 Meter hoch thront das 68 Tonnen schwere Ungetüm in Angriffspose über dem Red-Bull-Ring und macht unmissverständlich klar, wer in Österreich das Sagen hat. Das milliardenschwere Getränke-Imperium Red Bull drückte der Formel 1 jahrelang den Stempel auf, vor dem Heimrennen in Spielberg am Sonntag (14 Uhr, live bei RTL) sehnt man sich nach dieser Erfolgsserie zurück.

Goldene Ära mit Vettel

Von 2010 und 2013 spielte Red Bull Racing unter Teamchef Christian Horner und Motorsport-Berater Helmut Marko dort mit, wo es dem mächtigen Firmengründer Dietrich Mateschitz am besten gefällt: ganz vorne. Sebastian Vettel holte vier WM-Titel in Serie. Zum Ende der Saison 2013 gewann der Deutsche sogar neun Rennen in Serie. "Man muss diese Erfolge genießen, denn man weiß nie, wie lange das so weitergeht", sagte Vettel damals.

Diese Worte sollten sich bewahrheiten, denn mit der Einführung der neuen Turbo-Ära begannen die großen Probleme. Mercedes eilte von Sieg zu Sieg, Vettel blieb 2014 ohne Erfolg und verabschiedete sich anschließend entnervt zu Ferrari. Die technischen Schwierigkeiten mit dem Hybridantrieb frustrierten den erfolgsverwöhnten Piloten.

Berg- und Talfahrt in der Steiermark: Der Österreich-GP im Birdview

Ferrari und Mercedes sind Red Bull klar überlegen

Der Zoff mit Motorenhersteller Renault, mit dem RB seit 2007 zusammenarbeitet, machte dem Team zu schaffen. Siege blieben die Ausnahme, auch wenn die aktuellen Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen schon oben auf dem Podest standen. Ricciardo siegte jüngst in Baku, profitierte jedoch von einem Chaosrennen. Aus eigener Kraft hätte es dazu nicht gereicht, Ferrari und Mercedes sind klar überlegen.

Erstmals hatte Red Bull 2009 in China triumphiert. Vettel gewann damals vor Stallrivale Mark Webber und läutete eine Ära ein. Mit viel Geld und eingekauftem Know-How lehrte das österreichisch-britische Team mit Sitz in Milton Keynes die Konkurrenz das Fürchten. 2004 hatte Red Bull den Jaguar-Rennstall für einen symbolischen Dollar übernommen und setzte früh auf die Ideen von Stardesigner Adrian Newey. Zudem wurden namhafte Ingenieure und Mitarbeiter gestandener Rennställe eingekauft.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Marko fordert anderes Motoren-Reglement

BAHRAIN, BAHRAIN - APRIL 15: Max Verstappen of Netherlands and Red Bull Racing talks with Red Bull Racing Team Consultant Dr Helmut Marko in the garage during final practice for the Bahrain Formula One Grand Prix at Bahrain International Circuit on A
Helmut Marko (hier mit Max Verstappen) fordert vehement ein anderes Motoren-Reglement für die Formel 1.
wt, Getty Images, Bongarts

Bis zu zwei Milliarden Dollar soll der Konzern bis heute in das Formel-1-Projekt gepumpt haben, hinzu kommen mehrere hundert Millionen für das Juniorteam Toro Rosso. Im Umfeld der Formel 1 drehte Red Bull dabei das ganz große PR-Rad, sorgte mit waghalsigen Aktionen und ungewöhnlichen Ideen regelmäßig für spektakuläre Bilder.

Allerdings ist Red Bull in der Königsklasse durchaus auch unbequem - und drohte schon mehrfach mit dem Ausstieg, sollten die Antriebsbestimmungen vor 2021 nicht geändert werden. "Das Reglement ist falsch für die Formel 1", sagte Marko jüngst den 'Salzburger Nachrichten' und sprach sich für einen Motor aus, "der einfach sein muss, vom Sound her lauter, und die Kosten dürfen zehn Millionen Dollar nicht übersteigen."

Die aktuellen Probleme mit Renault drücken auf die Stimmung, und Red Bull ist nicht gerade für Geduld bekannt. "Wir wollten in diesem Jahr um den Titel kämpfen, aber momentan sind wir weit von diesem Ziel entfernt", grantelte Max Verstappen unlängst frustriert. Ein Erfolg beim Heimrennen könnte die Stimmung wieder heben.