Vettel-Aufholjagd bleibt aus

Formel Hamilton: Sonnenkönig Lewis herrscht über Frankreich

26. Juni 2019 - 9:38 Uhr

Hamilton macht in Le Castellet alle nass

Was für eine Machtdemonstration: Mit einem ungefährdeten Start/Ziel-Sieg hat Weltmeister Lewis Hamilton die Formel-1-Konkurrenz beim Großen Preis von Frankreich deklassiert.

Der Mercedes-Pilot gewann in Le Castellet souverän vor seinem Silberpfeil-Rivalen Valtteri Bottas und liegt nach seinem sechsten Sieg im achten Saisonrennen schon 36 Punkte vor dem Finnen. Charles Leclerc hielt als Dritter die Ferrari-Fahne zumindest ein bisschen hoch. Sebastian Vettels erhoffte Aufholjagd blieb aus.

Vettel krallt sich Extrapunkt

Von Platz 7 gestartet, schaffte es der viermalige Weltmeister nur auf Rang 5. An einen Angriff auf den Viertplatzierten Max Verstappen im Red Bull war aber nicht zu denken. Dank eines späten Reifenwechsels schnappte sich Vettel in der letzten Runde immerhin noch den Extrapunkt für die Schnellste Rennrunde.

"Mehr war einfach nicht drin. Ich denke, die schlechte Nachricht für uns ist, dass wir an diesem Wochenende keinen Schritt nach vorne machen konnten im Vergleich zu Mercedes", sagte Vettel am RTL-Mikro ernüchtert.

McLaren bestätigte seine starke Qualifying-Leistung: Carlos Sainz jr. raste als Sechster ins Ziel, Rookie Lando Norris wurde trotz Hydraulik-Problemen Neunter. Nico Hülkenberg profitierte von zwei 5-Sekunden-Strafen gegen Renault-Kollege Daniel Ricciardo und wurde hinter Alfa-Altmeister Kimi Räikkönen Achter.

Die Stewards stuften Ricciardo um zehn Sekunden zurück, weil der Australier in der letzten Runde Norris von der Piste drängte und Räikkönen außerhalb der Track Limits überholte. Ricciardo fiel als Elfter sogar aus den Top 10, Red-Bull-Pilot Pierre Gasly heimste den letzten Punkt ein.

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Das Ergebnis des Frankreich-GP

Die Highlights des Rennens im Zeitraffer

Start: Hamilton katapultiert sich traumwandlerisch aus dem Startblock, bleibt locker vorne. Auch Sainz erwisch einen Superstart: Der Spanier schießt an McLaren-Rookie Sainz vorbei und greift Verstappen an. Für ein Überholmanöver reicht's aber nicht. Vettel gewinnt keine Position, muss sich kurz sogar eines Angriffs von Pierre Gasly im Red Bull erwehren.

Runde 2: Vettel macht Druck auf Norris, beißt sich aber noch die Zähne aus.

Runde 5: Es ist soweit: Vor der Schikane Nord beschleunigt der Ferrari-Pilot den jungen Briten aus und schiebt sich auf 6.

Runde 7:​ Vettel krallt sich auch Sainz, hat als Fünfter aber schon acht Sekunden Rückstand auf Verstappen.

Hamilton setzt sich locker ab

Runde 13: Schnellste Rennrunde von Vettel. Der viermalige Weltmeister hat schon gut 1,2 Sekunden seines Rückstands auf Verstappen weggeschrubbt.

Runde 14: Hamilton funkt durch, an seinem Sitz sei etwas gebrochen. Auf die Performance wirkt sich das nicht aus: Mit mehreren Schnellsten Rennrunden baut er seinen Vorsprung auf mehr als drei Sekunden vor Bottas aus.

Runde 21: Vettel kommt immer näher an Verstappen heran. 3,3 Sekunden beträgt sein Polster, da beordert die Red-Bull-Crew den Holländer zum Reifenservice. Mit harten Walzen kommt Verstappen als Fünfter auf die Piste zurück. "Wir bleiben so lange es geht, draußen", funkt Ferrari an Vettel. "Copy, ich bin eurer Meinung", antwortet der Deutsche.

Vettel kommt nicht an Verstappen vorbei

Runde 22: Leclerc kommt zum Boxenstopp. Auch bekommt die harten Schlappen angezogen. An der Spitze ziehen derweil die Silberpfeile einsam ihre Bahnen.

Runde 24: Harte Pneus auch für Bottas. Der Finne sortiert sich hinter Vettel, aber weit vor Leclerc wieder ein.

Runde 25: Der Weltmeister erbittet frische Gummis. Die Mercedes-Jungs fertigen Hamilton in 2,2 Sekunden ab. Noch vor Vettel fährt er zurück auf die Strecke.

Runde 26:​ Auch die Scuderia ist auf Trab, schraubt Vettel in 2,2 Sekunden frische Hard-Pneus auf die Felgen. Trotz Fabel-Stopp schafft es Vettel aber nicht an Verstappen vorbei – 4,5 Sekunden fehlen auf den Red-Bull-Mann. Die Reihenfolge nach den Pitstops: Bottas, Hamilton, Leclerc, Verstappen, Vettel.

Extrapunkt für Vettel dank spätem Zusatz-Stopp

Runde 34: "Diese Reifen fühlen sich genauso gut an wie die anderen", funkt Hamilton an seine Rennstrategen. Der Brite thront mit 12 Sekunden Vorsprung an der Spitze.

Runde 35: Ganz spät kommt Hülkenberg zu seinem Stopp. Im Fernduell muss sich der Renault-Pilot Alfa-Altmeister Räikkönen, der früher in der Box war, geschlagen geben. Nur Rang 11 und damit noch keine Punkte für den 'Hulk'.

Runde 50: Es passiert tatsächlich noch was. Weil Alexander Albon einen Poller abrasiert, ist kurzzeitig das Virtual Safety Car aktiviert. Bei McLaren-Rookie Norris ist die Servolenkung futscht: Mit vollem Armeinsatz hält der Brite Ricciardo, Räikkönen und Hülkenberg noch hinter sich.

Runde 51: "Die Reifen sind ziemlich am *PIEP*" Macht nix Max. Verstappens Vorsprung auf Vettel ist mit 3,5 Sekunde groß genug. An der Spitze lässt Bottas nach, Leclerc rückt dem Silberpfeil noch mal auf die Pelle.

Runde 52: Vettel ist ungefährdet Fünfter und kann sich einen Zusatz-Stopp leisten. Mit frischen Soft-Pneus greift er die Schnellste Rennrunde an.

Ziel: Auf harten Pneus haut Hamilton fast noch die Bestzeit raus, fährt ungefährdet zu seinem 79. GP- und sechsten Saisonsieg. Bottas rettet Rang 2 mit einer Sekunde Vorsprung vor Leclerc ins Ziel.

Verstappen wird Vierter, Vettel schafft immerhin noch die Schnellste Rennrunde. Ricciardo, Räikkönen und Hülkenberg fliegen am malträtierten Norris vorbei. Weil Ricciardo den McLaren aber abdrängt und sich auch noch außerhalb der Track Limits an Räikkönen vorbeipresst, kassiert er zwei 5-Sekunden-Strafen - nur Platz 11 und keine Punkte.