12. Juni 2019 - 9:44 Uhr

Wird der Sieg doch nicht aberkannt?

So einfach will sich Ferrari offenbar nicht mit der Zeitstrafe beim Großen Preis von Kanada und dem damit verbundenen verlorenen Montréal-Sieg zufrieden geben. Die 'Scuderia' möchte die Unschuld von Sebastian Vettel beweisen und sammelt dafür nun Beweise.

Protest bis Donnerstag

Ferrari arbeitet weiter am Veto gegen das umstrittene Urteil der Formel-1-Rennkommissare. "Wir treiben den Einspruch voran", teilte der italienische Formel-1-Rennstall auf dpa-Anfrage mit. Ferrari hat 96 Stunden nach Ablauf des Rennens Zeit, gegen den aberkannten Sieg von Vettel zu protestieren. Also bis Donnerstagabend.

Der viermalige Weltmeister war bei dem Rennen zwar als Erster über die Ziellinie gefahren. Wegen eines Fahrmanövers gegen Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes war Vettel allerdings mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe belegt worden, die ihn in der Endabrechnung hinter Hamilton auf Platz zwei rutschen ließ –  zum Ärger des Heppenheimers.

Binotto will Protest einlegen

Ferraris Teamchef Mattia Binotto hatte bereits bekanntgegeben, dass die Scuderia beim Internationalen Automobilverband FIA eine Absichtserklärung für einen offiziellen Einspruch hinterlegt hat. Um die Tatsachenentscheidung allerdings erfolgreich anfechten zu können, braucht Ferrari neue Beweise für eine Unschuld Vettels.

Vettels verhängnisvoller Fahrfehler

Der 31-Jährige war in der 48. Runde mit seinem Ferrari von der Strecke abgekommen und auf dem Kurs in Montréal übers Gras gefahren. Als er wieder zurück auf die Strecke kam, drängte er Hamilton im Mercedes an eine Mauer. Falls Sie die Szene noch nicht gesehen haben, lohnt sich ein Blick ins Video.

Vettel gab an, keine Kontrolle mehr über sein Auto gehabt zu haben. Sein Manöver wurde von den Rennkommissaren als "gefährliche Rückkehr auf die Strecke" eingestuft. Daher auch die Strafe.

Kurios: Vettel-Teamkollege Charles Leclerc hatte während des Rennens nichts von der Zeitstrafe mitbekommen.