Vier Fragen und Antworten zum Spanien-GP

Die Formel 1 vor Hitzeschlacht im Corona-Risikogebiet

14. August 2020 - 13:00 Uhr

Großer Preis von Spanien: Die Formel 1 im Risikogebiet

Die Formel 1 setzt ihre Corona-Saison fort - an einem Ort, an dem Deutsche zurzeit keinen Urlaub machen sollen: Am Sonntag (15.10 Uhr live bei RTL und online im Stream auf TVNOW) steht der 6. WM. Lauf auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas an. Fragen und Antworten zum Großen Preis Spanien.

Hamilton, Bottas, Verstappen: Wer gewinnt in Barcelona?

Favorit ist auch beim Großen Preis von Spanien Mercedes, genauer WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton. Allerdings könnte wie schon am vergangenen Wochenende in Silverstone Red-Bull-Star Max Verstappen dem Weltmeister und seinem Team den Sieger-Jubel verderben. Denn der Asphalt in Barcelona dürfte wieder mindestens genauso heiß werden wie zuletzt in Silverstone. Und das schmeckt dem W11, Hamiltons Dienstwagen überhaupt nicht.

Der Mercedes sei das Auto mit dem meisten Downforce, daher bearbeite er den Reifen mehr als jeder andere Bolide im Feld, erläuterte RTL-Experte Nico Rosberg in der RTL-Webshow "Sportbude" (im Video unten). Das Team müsse dieses Problem schnellstmöglich verstehen, sagt der leitende Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin, "damit wir nächsten Sonntag nicht schon wieder dumm aussehen."

Im Klassement beträgt der Vorsprung von Hamilton auf Verstappen noch 30 Punkte. Werden die Reifen zum Dauerthema im Formel-1-Sommer, könnte sich das aber ändern.

Rosberg: Der Mercedes bearbeitet den Reifen mehr als andere Autos

Ferrari in der Krise: Was macht eigentlich Sebastian Vettel?

Das fragen sich viele. So langsam und unsicher war der viermalige Weltmeister zuletzt in seinem Ferrari unterwegs, dass Beobachter bereits externe Gründe für die Krise vermuteten - minimale, kaum sichtbare Schäden am Chassis etwa. Die Scuderia hat nun reagiert, Vettel bekommt für Barcelona ein neues Fahrgestell. Damit steht er am kommenden Wochenende aber auch besonders im Fokus. Bleibt der viermalige Champion erneut chancenlos gegen Teamkollegen Charles Leclerc, würde das weiter an seinem Nimbus kratzen.

Red-Bull-Berater Helmut Marko sieht Parallelen zurzeit von Vettel bei Red Bull und hält die Diskussion eher für ein "eine psychologische Sache als eine technische Sache". Ex-Weltmeister Rosberg widersprach dem Österreicher. "Wenn ein Sebastian Vettel fünf Zehntel pro Runde langsamer ist als sein Teamkollege, dann ist irgendetwas falsch am Auto", sagte Rosberg in der RTL-Webshow "Sportbude".

Sehen Sie den gesamte Expertenstreit zwischen Marko und Rosberg im Video unten.

Im Video: Der Expertenstreit um Vettels Chassis

Formel 1 im Corona-Risikogebiet - ist das kein Problem?

Die Königsklasse empfindet das nicht so, man fühlt sich ziemlich sicher. Obwohl nicht nur das Auswärtige Amt mittlerweile wieder vor Reisen nach Katalonien warnt. "Das ist natürlich kein so schönes Gefühl", gestand jedoch Nico Rosberg (die gesamte Aussage von Vettel im Video unten), der als Experte nach Barcelona reist. "Ich hoffe trotzdem auf ein tolles Formel-1-Wochenende."

Im Fahrerlager gibt man sich selbstbewusst. "Corona gibt es doch nicht nur in Spanien. Wir müssen einfach vorsichtig sein", sagte etwa Verstappen, und Hamilton verweist auf den Erfolg des Konzepts mit den "Bubbles": "Ich bleibe in meiner Blase, habe weiterhin nur mit ein paar wenigen Menschen direkt zu tun. Ich komme am Flughafen an, fahre zu meinem Motorhome an der Strecke. Und dort bleibe ich für vier Tage." 

Rosberg: Das ist kein so schönes Gefühl

Nach Kurz-Comeback: Wie geht es weiter mit Nico Hülkenberg?

25.000 Tests hat die Formel 1 seit dem Auftakt ihrer Geister-Saison Anfang Juli durchgeführt, darunter waren nur drei positive Fälle - und nur ein prominenter: Der Mexikaner Sergio Perez setzte zuletzt die beiden Rennen in Silverstone aus, in Barcelona wird er im Racing-Point-Cockpit zurückerwartet. Das bedeutet für Nico Hülkenberg zugleich das Ende seines Kurz-Comebacks als Ersatzpilot.

Vielleicht kehrt der 32-Jährige ja im kommenden Jahr wieder für länger in die Königsklasse zurück. Mit seiner Leistung im Qualifying in Silverstone habe Hülkenberg seine beste Empfehlung und Visitenkarte für ein Formel-1-Cockpit abgeben, lobte Red-Bull-Berater Helmut Marko in der RTL-Webshow "Sportbude".

Marko: "Hülkenberg hat seine Visitenkarte abgegeben"