Formel 1 in Bahrain: Tagesschnellster Sebastian Vettel deutlich vor Lewis Hamilton

15. April 2017 - 12:30 Uhr

Sebastian Vettel startet als Freitagssieger in das Formel-1-Rennen in Bahrain. Der Ferrari-Star war zum Auftakt des 3. Grand Prix der Saison in beiden Trainingseinheiten das Maß der Dinge und raste im 2. Freien Training in 1:31,310 Minuten zur Tagesbestzeit. Nur ein technisches Problem an seiner "Gina" warf einen kleinen Schatten auf die Vorstellung des viermaligen Champion auf der Flutlicht beschienen Wüstenstrecke in Manama.

Spitze ganz eng zusammen

Allerdings war die Konkurrenz auch nicht weit entfernt von Vettel. Mercedes-Mann Valtteri Bottas fehlten auf dem 5,412 km langen Kurs als Zweitplatzierten lediglich 42 Tausendstelsekunden auf die Tagesbestzeit. Und auch der Dritte, Daniel Ricciardo im Red Bull, war nur 0,066 Sekunden langsamer als Vettel.

China-Sieger Lewis Hamilton musste sich Vettel dagegen zwei Mal relativ deutlich geschlagen geben. Im 1. Freien Training verzichtete der Mercedes-Pilot auf eine schnelle Runde mit leichtem Auto und landete nur auf Platz 10, in der 2. Session und in der Tageswertung reichte es auch nur zu Platz 5 hinter dem zweiten Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen.

Großer Bluff von Ferrari und Mercedes?

Der Briten benötigte zudem drei Anläufe, bis er eine gezeitete Runde mit den Supersofts, den schnellsten Reifen, die beim Bahrain-GP zur Verfügung stehen, schaffte. Unter anderem kam ihm Nico Hülkenberg in die Quere. Der Renault-Neuling seinerseits überraschte mit einer Traumrunde, die ihn auf Platz 6 und bis auf eine halbe Sekunde an die Spitze heranbrachte.

Der Abstand von Hülkenberg wirft jedoch ebenso wie der von Ricciardo die Frage auf: Haben Silber und Rot am Freitag bereits alles gezeigt, oder haben beide Top-Teams geblufft und legen erst im Qualifying ihre Karten auf den Tisch? Eine Aussage von Vettel spricht dafür: "Soweit war es okay, wir müssen uns aber noch steigern", sagte der Ferrari-Mann. "Es fühlt sich gut an, es fühlt sich aber auch an, als sei noch mehr drin."

Vettels "Gina" mit Schluckauf

"Es war sehr eng, aber Ferrari war am schnellsten. Sie scheinen im Renntrimm ein paar Zehntel schneller zu sein", sagte Hamilton: "Wir werden so hart wie möglich arbeiten, um die Lücke zu schließen." Der Brite erwartet in Bahrain das nächste knappe Duell.

Auch bei Vettel lief es zum Auftakt nicht ganz rund. Zwischenzeitlich gab sein Ferrari komplett den Geist auf. "Complete shutdown", funkte Vettel an die Box. An seinem "Gina" getauften Dienstwagen funktionierte nichts mehr - weder die Elektronik noch der Motor. Die Zuverlässigkeit scheint der Scuderia in Bahrain Probleme zu bereiten. Schon in der ersten Trainingseinheit war am Wagen von Räikkönen der Motor kaputt gegangen.

Wehrlein kämpft beim Comeback

Pascal Wehrlein hatte bei seinem Comeback nach Verletzungspause noch deutlich zu kämpfen. Der 22-Jährige musste sich mit Rang 19 begnügen. Er wolle das Rennen "einfach genießen". Es sei für ihn erst einmal wichtig, ins Auto zurückzukommen und sich wohl zu fühlen, sagte Wehrlein, der die ersten beiden Rennen des Jahres wegen Trainingsrückstandes nach einem Unfall im Januar verpasst hatte.