Misslungene Premiere im Aston Martin

Weit hinten und mit dickem Patzer: Vettels Trauerspiel geht weiter

Für Sebastian Vettel geriet das Debüt mit Aston Martin zum Albtraum
Für Sebastian Vettel geriet das Debüt mit Aston Martin zum Albtraum
© Imago Sportfotodienst

28. März 2021 - 20:51 Uhr

Vettels-Albtraum geht auch ohne Ferrari weiter

Der Albtraum geht weiter. Sebastian Vettel fährt beim Saisonstart der Formel 1 in Bahrain auch im Aston Martin hinterher. Die Klasse des viermaligen Weltmeisters blitzt nur kurz auf, gegen Rennende leistet er sich einen haarstäubenden Crash – und ist uneinsichtig.

Katastrophen-Auftakt in Bahrain

Sebastian Vettel muss der Große Preis von Bahrain wie eine Fortsetzung seiner Pleiten-Saison 2020 mit Ferrari vorgekommen sein. Der 33-Jährige fuhr auch im Aston Martin nur hinterher, war in viele Zweikämpfe verwickelt, verschätzte sich im Cockpit einmal mehr kapital.

Runde 44: Im Kampf um Platz 13 zog Alpine-Pilot Esteban Ocon an Vettel vorbei, der saugte sich auf Start/Ziel in dessen Windschatten. Vor Kurve 1 aber stieg Vettel viel zu spät in die Eisen, rauschte dem Franzosen völlig unnötig ins Heck. Ein Patzer, der einem viermaligen Weltmeister schlicht nicht passieren darf. Die Kommissare brummten Vettel für den Blackout eine 10-Sekunden-Strafe auf, am Ende wurde er in der Wüste nur 15.

Seb sieht Fehler nicht ein

Fast noch schlimmer als der Bock – Vettels Reaktion darauf. Schon am Funk moserte er, Ocon habe die Linie gewechselt, dabei war der schurstracks vor dem Deutschen auf die erste Kurve zugefahren. Bei Sky blieb Vettel bei seiner exklusiven Sicht der Dinge. "Ich dachte, er (Ocon, Anm.d.Red.) bleibt rechts, kam aber wieder zurück, damit hatte ich nicht gerechnet und kam in den Windschatten."

Timo Glock sah die Sache am Sky-Mikro zurecht anders. Wenn Vettel die Bilder sehe, werde er feststellen, dass der Crash auf seine Kappe gehe, so der hessische Landsmann des Aston-Martin-Piloten.

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Immerhin starke Konter gegen Alonso

Vettel wird erst mal froh sein, dass Bahrain vorbei ist. Schon in den Trainings lief es nicht, im Qualifying schied er in Q1 aus, am Sonntag hatte der 33-Jährige keine Chance auf Punkte. Das GP-Wochenende wirkte fast wie eine komprimierte Fassung von Vettels Vorsaison, als mit Ferrari nullkommaniente ging.

Nur einmal blitzte Vettels alte Klasse auf. Im Duell mit Comebacker Fernando Alonso zeigte Vettel, dass er Rad-an-Rad sehr wohl noch kann. Obwohl auf abgefahrenen Walzen unterwegs, konterte der Aston-Martin-Mann die Attacken des Spaniers mehrfach gekonnt – da kam der alte Seb zum Vorschein. Diesen guten Eindruck machte er mit seiner Stuss-Aktion gegen Ocon allerdings wieder zunichte.

Viel Arbeit vor Imola

Dass es bei Aston Martin nicht einfach sofort super laufen würde, war Vettel klar, der F1-Veteran ist Realist. Dass er aber zum Saisonauftakt derart hinterherhinken würde – damit dürfte Vettel nicht gerechnet haben.

"Ich fühle mich nicht zu Hause im Auto, viele Dinge kämpfen da gegen mich, sodass ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren kann", sagte Vettel, er sehe sich mit dem neuen Auto bei weniger als 50 Prozent. "Es gibt viele Dinge, um die wir uns kümmern müssen. Die anderen waren teilweise zwei Sekunden schneller." In der Tat viel Arbeit fürs nächste Rennen am 18. April in Imola. Ob's für Vettel in der Emilia Romagna besser läuft, sehen Sie dann live bei RTL.