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Formel 1 in Aserbaidschan: Dicke Luft bei Red Bull nach dem Crash von Daniel Ricciardo und Max Verstappen

Formel 1 in Aserbaidschan: Dicke Luft bei Red Bull nach dem Crash von Daniel Ricciardo und Max Verstappen

2018 Azerbaijan GP BAKU CITY CIRCUIT, AZERBAIJAN - APRIL 30: Max Verstappen (NED) Red Bull Racing RB14 and Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull Racing RB14 crash during the Azerbaijan GP at Baku City Circuit on April 30, 2018 in Baku City Circuit, Azerbai
Ende einer Dienstfahrt: Daniel Ricciardo fährt Teamkollege Max Verstappen hinten rein.
imago sportfotodienst, imago/Motorsport Images, Hasan Bratic

Starrköpfigkeit und übertriebener Ehrgeiz

Nach all dem Darben der vergangenen Jahre will Red Bull endlich wieder um Siege und den WM-Titel kämpfen. Der Erfolg von Daniel Ricciardo in Shanghai tat da gut – doch nur 14 Tage später stürzen Ricciardo und Max Verstappen beim Formel-1-GP in Baku ihr Team durch Starrköpfigkeit und übertriebenen Ehrgeiz ins Tal der Tränen.

Konkurrenz lästert über Red Bull

"Ich würde nach Hause gehen und weinen", fasste süffisant der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams, Niki Lauda, das ganze Elend der Konkurrenz nach dem turbulenten Großen Preis von Aserbaidschan zusammen. Elf Runden vor dem Ende des Rennens auf den Straßen von Baku hatte sich das Red-Bull-Duo in Sekundenbruchteilen um alles gebracht.

Max Verstappen und Daniel Ricciardo kollidierten bei Tempo 300 ebenso brutal wie unnötig, zerlegten ihre sündhaft teuren Boliden dabei völlig, und verschenkten viele WM-Punkte - und das im Kampf um Rang vier. Wenn er mit dem Weinen fertig wäre, so Lauda weiter, würde er die beiden in sein Büro rufen: "Um ihnen zu sagen, wie viel weniger sie ab jetzt verdienen. Damit sie den entstandenen Schaden beheben."

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"Was heute passiert ist, ist inakzeptabel"

Die Zusatzkosten können die Bullen allerdings noch am ehesten verschmerzen - sportlich ist der Totalschaden von Baku aber ein Desaster. Der frühere Weltmeister-Rennstall scheitert bei den Versuchen, endlich zu Mercedes und Ferrari aufzuschließen ja ohnehin seit Jahren aus den verschiedensten Gründen. In Baku fielen sich die Bullen nun gegenseitig in den Rücken.

"Was heute passiert ist, ist inakzeptabel", sagte Teamchef Christian Horner: "Formel 1 ist ein Teamsport, die Fahrer sind auch nur Mitglieder dieser Mannschaft. Beide werden sich beim ganzen Team entschuldigen. Und sie müssen daraus lernen." Allerdings war es auch für Horner ein Warnsignal für die Zukunft.

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Welche Konsequenzen zieht Teamchef Horner?

Red Bull kennt keine Hierarchie, beide Fahrer dürfen gleichberechtigt gegeneinander fahren, dadurch kämpfen beide hart um die Vorherrschaft. Will man bald wieder Titel holen, hat dieses Modell deutliche Nachteile. Den letzten Beleg dafür brachte Baku.

Möglich, dass Horner durch Baku ins Grübeln kommt, wenn es darum geht, ob der auslaufende Vertrag von Ricciardo wirklich mit aller Macht verlängert werden soll. Der Australier hat den Anspruch, künftig um die WM zu fahren und wird nicht hinter dem hochtalentierten, aber ungestümen Verstappen zurückstecken. Das würde auf Dauer zur Belastung, die man sich im WM-Kampf mit Ferrari und Mercedes nicht leisten könnte.

Keine Schuldzuweisungen bei Red Bull

In Baku schlichen beide Fahrer wie Schuljungen nach einer Standpauke aus dem Teambriefing. "Für uns alle ist das schlecht", sagte Verstappen bei RTL , "das sollte normalerweise nicht passieren." Und Ricciardo sah ein: "Im Grunde können wir dem anderen und dem Team nur sorry sagen."

Horner wollte öffentlich keinen Schuldigen benennen. "Beide sind in gleichem Maße verantwortlich", sagte der Brite. Lauda dagegen hatte auch dazu eine klare Meinung. Der vorne platzierte Verstappen trage die Schuld "zu 70 Prozent", erklärte er: "Der ist ja hin- und hergezuckt wie verrückt."

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