Bond-Auto oder Sabbatical

Marko: Aston Martin für Vettel die „beste Variante“

16. Juli 2020 - 16:31 Uhr

Marko rät Vettel zu Aston Martin

Geht es nach Helmut Marko, ist ein Wechsel von Sebastian Vettel zum künftigen Werksteam Aston Martin 2021 "die beste Variante" für den viermaligen Formel-1-Weltmeister. Das sagte der Red-Bull-Berater in der RTL-Webshow "Sportbude".

"Gute Übergangslösung"

"Sebastian ist mit seinen 33 Jahren in einem Top-Alter und wenn sich diese Möglichkeit mit Aston Martin ergibt und wenn er die wahrnimmt – also der Vertrag so gestaltet wird, dass es zu seiner Zufriedenheit wäre –, dann ist das eine gute Übergangslösung", befand Marko.

Durch die Regeländerungen und den Budget-Deckel komme ab 2022 viel Bewegung in die Formel 1, für Vettel könnten sich dann noch ganz andere Türen öffnen, so der einstige Förderer des Deutschen bei Red Bull.

2022 noch mehr Chancen

"Die Chance für 2022 ist deutlich größer, weil einige Verträge auslaufen und zum anderen die Budgetgrenze ihre volle Wirkung erstmals 2022 entfalten wird, somit auch Teams wie McLaren oder Renault eine Chance haben können, wenn sie ein gutes Chassis hinstellen, an der Spitze mitzufahren. Das Feld wird also ordentlich durchgemischt", so der Österreicher.

Marko kann sich daher auch vorstellen, dass Vettel im kommenden Jahr ein "Sabbatical" einlegt, also ein Jahr Pause macht, "die Batterien auflädt und auslotet: Will ich das unbedingt? Weil Rennen fahren ist ja nicht nur angenehm. Man muss durch die Welt reisen und man ist von der Familie getrennt. Man hat Stress und Ärger, wenn es nicht läuft. So ein Nachdenkjahr wäre nicht schlecht."

Welche Optionen hat Sebastian Vettel noch? RTL-Reporter Felix Görner checkt die Szenarien.

Viel Potenzial bei Aston Martin

Eine Vettel-Rückkehr zu Red Bull schloss Marko für 2021 erneut aus. Der Rennstall habe feste Verträge mit seinen Piloten Max Verstappen und Alex Albon. Das sei etwa bei Sergio Perez und Racing Point anders. "Das ist ein Optionsvertrag, sie müssen diese jedes Jahr ziehen", erläuterte der 76-Jährige.

Racing Point/Aston Martin habe zudem das Potenzial, um Vettel sportlich glücklich zu machen, betonte Marko.

"Wenn man die Performance von Perez in Österreich gesehen hat, der vom 16. Startplatz wie ein heißes Messer durch die Butter nach vorne geglüht ist - Albon hat ihn wirklich nur mit Mühe und Not hinten sich halten können -, dann muss man sagen: In diesem Auto scheint sehr, sehr viel Potenzial zu stecken. Und ein Vettel ist sicher höher einzuschätzen, als ein Perez."

Aston Martin übernimmt ab 2021 Racing Point und tritt in der Formel 1 als Werksteam an. Die Marke, in der James Bond einst auf Schurkenjagd ging, arbeitet eng mit Mercedes zusammen.