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Formel 1: Für Toto Wolff steht Valtteri Bottas "vor dem Mount Everest"

Formel 1: Für Toto Wolff steht Valtteri Bottas "vor dem Mount Everest"

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Laut Toto Wolff (r.) hat Valtteri Bottas bei Mercedes gewaltige Aufgaben zu meistern.
imago sportfotodienst, imago/LAT Photographic

Toto Wolff sieht bei Mercedes eine absolute Herkules-Aufgabe auf Valtteri Bottas zukommen. "Valtteri steht vor dem Mount Everest", sagte der Mercedes-Motorsportchef im Interview mit 'Motorsport aktuell' über den Nachfolger von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg.

Bottas gleicht den "Nico-Faktor" aus

Bottas komme spät ins Team und kenne "weder das Auto noch die Technik noch die Leute", so der Österreicher. Außerdem trete er in die Fußstapfen des Weltmeisters und habe mit Lewis Hamilton den wahrscheinlich "stärksten Teamkollegen der Formel-1-Neuzeit, der dazu eine ganz spezielle Spezies ist". Wolff betonte zudem, dass Bottas sich seinen Platz im Silberpfeil über 2017 hinaus verdienen müsse. Es gebe ab 2018 „eine Menge Optionen und Spielvarianten“.

Er habe aber keine Zweifel, dass Bottas dem Druck bei den Silberpfeilen aufgrund seiner Erfahrung standhalten könne, so Wolff. "Wir brauchen neben Lewis einen erfahrenen Piloten, der schnell ist, so wenig Fehler wie möglich macht und von der Dynamik her eine gute Kombination mit Lewis darstellt und somit den Nico-Faktor ausgleicht." Das Zusammenspiel dieser Eigenschaften sei letztlich auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass der schweigsame Finne und nicht Mercedes-Junior Pascal Wehrlein den Zuschlag für das Silberpfeil-Cockpit erhalten habe.

Lauda: Wehrlein kein Verlierer

Genauso bewertet Niki Lauda die Sachlage. Mit der Bottas-Unterschrift hätten sich alle Probleme, die durch den Rücktritt Rosbergs entstanden seien, "in Luft aufgelöst", sagte der 67-Jährige der 'Sport Bild'. Der Team-Aufsichtsratschef fühlte sich zudem berufen, Wehrlein nicht als "Verlierer" des Pokers um den vakanten Rosberg-Platz hinzustellen. Der 22-Jährige fahre "dank unserer Hilfe" 2017 bei Sauber und habe "weiter die Chance auf ein Silberpfeil-Cockpit", so Lauda. Das Mercedes-Juniorprogramm sei wegen der Entscheidung pro Bottas "natürlich nicht gescheitert". Vor allem Red-Bull-Berater Helmut Marko hatte wiederholt geunkt, Mercedes überweise für Bottas viel Geld an Williams, statt einem Piloten aus der eigenen Schmiede zu vertrauen.

Lauda sagte auch, dass Silber-Platzhirsch Lewis Hamilton durch das Ausscheiden seines Erzrivalen Rosberg nicht in ein Motivationsloch falle. "Lewis wird hochmotiviert seinem vierten WM-Titel entgegenfahren. Damit kann er Vettel einholen. Das hat nochmal besondere Bedeutung für ihn", ist sich der Silber-Häuptling sicher.

Zwei Monate vor dem Saisonstart in Melbourne sieht Lauda einzig in den durch Regeländerungen rundum erneuerten Boliden eine Unbekannte. Es sei "logisch", dass die Mercedes-Rivalen größere Chancen haben, aufzuholen, Mercedes habe aber "die besten Leute", die alles daran setzen würden, den Vorsprung der Silbernen zu halten.