Formel 1: FIA untersucht Sebastian Vettels Rambo-Aktion

28. Juni 2017 - 21:08 Uhr

Die FIA hat die Akte um den Rempler von Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton noch nicht geschlossen. Ausgerechnet an Vettels 30. Geburtstag am kommenden Montag (3. Juli) untersucht das Internationale Sportgericht des Automobil-Weltverbandes den Fall neu, dem WM-Führenden droht eine Rennsperre.

Vettel-Attacke im Visier der FIA

Die FIA bestätigte in einem offiziellen Statement, dass die Auseinandersetzung zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beim Grand Prix von Aserbaidschan noch einmal neu aufgerollt wird. Der Ferrari-Pilot hatte für seinen Rammstoß gegen den WM-Widersacher eine Zehn-Sekunden-Strafe kassiert. Die FIA will nun prüfen, ob diese Form der Strafe angemessen war.

FIA-Pressesprecher Matteo Bonciani sagte dem SID, dass schon vor dem kommenden Grand Prix am 9. Juli in Österreich über eine mögliche zusätzliche Strafe gegen Vettel entschieden werden soll. Läuft es für Vettel ganz dumm, droht dem WM-Führenden der Ausschluss vom neunten WM-Lauf in der Steiermark.

Schon neun Punkte im FIA-Flensburg

In der Sünderkartei der FIA liegt Vettel derzeit bei neun Strafpunkten, nachdem der Verband das Vergehen in Baku mit drei weiteren Zählern geahndet hatte. Diese Strafe könnte bei den Verhandlungen aufgestockt werden. Gemäß dem Reglement muss ein Fahrer bei zwölf Punkten binnen eines Jahres ein Rennen aussetzen, zwei Punkte wären nach dem Rennen in Spielberg verjährt und würden von Vettels Konto gestrichen.

Beim Grand Prix von Aserbaidschan war Vettel in der 19. Runde nach einem vermeintlichen Bremsmanöver Hamiltons in einer Safety-Car-Phase ausgeschert und dem Mercedes-Pilot absichtlich in das linke Vorderrad gefahren. Der Ferrari-Pilot bekam dafür besagte Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Die FIA wird deshalb auch zu entscheiden haben, ob eine Doppelbestrafung Vettels zu rechtfertigen ist.

Letzter Vettel-Ausraster in Mexiko

Die Untersuchung der FIA ist nicht die erste, bei der der viermalige Weltmeister ins Visier der Gerichtsbarkeit gerät. Nachdem er während des Mexiko-GP im Vorjahr Rennleiter Charlie Whiting wüst beschimpft hatte ("Hier ist eine Botschaft an Charlie: Fuck off, ganz ehrlich, fuck off!"), retteten ihn nur "ausgiebige Entschuldigungen" bei Whiting und bei Todt vor einer Bestrafung. In Zukunft, so hieß es damals in einer Pressemitteilung, werde ein ähnliches Verhalten jedoch geahndet. Die Zukunft ist jetzt Gegenwart.