Formel 1: FIA-Daten belegen - Lewis Hamilton hat keinen 'Brake-Test' gemacht

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29. Juni 2017 - 14:40 Uhr

Sebastian Vettels Vorwurf, Lewis Hamilton habe ihn beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku einem Bremstest unterzogen und auflaufen lassen, hält der Faktenlage nicht Stand. Die Telemetrie-Daten belegten, "dass sich Hamilton korrekt verhalten hat", sagte ein FIA-Sprecher.

Hamilton: Habe das gleiche gemacht wie beim Re-Start davor

"Ich habe keinen Brake-Test gemacht, sondern das Gleiche wie in den Runden davor", stellte auch der Mercedes-Pilot klar: "Wenn das Safety-Car das Licht ausmacht, darf ich das Tempo bestimmen. Ich bin mit 50 bar Bremsdruck in die Kurve gefahren und habe den Bremsdruck nicht erhöht. Ich habe nur nicht aus der Kurve herausbeschleunigt, weil ich Abstand zum Safety-Car halten wollte. Nicht anders als beim Re-Start davor."

Er habe außerdem nicht den geringsten Grund gehabt, einen Auffahrunfall zu provozieren, unterstrich Hamilton. "Ich hatte vor der Safety-Car-Phase einen komfortablen Vorsprung. Warum also hätte ich das tun sollen?"

Wolff: Lewis wollte nur Abstand halten

Die FIA-Daten stützen Hamiltons Aussage eindeutig: Der Brite war bei allen drei Re-Starts gleich schnell bzw. langsam unterwegs. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärte das Agieren seines Piloten vor dem Rempler Vettels mit der ersten Safety-Car-Phase des turbulenten Rennens am Kaspischen Meer. Da sei das Mercedes-Pace-Car mit Bernd Meyländer am Steuer keine 150 Meter vor Hamilton gewesen, vor der Safety-Car-Linie hätte der dreimalige Champion seinen 'Markenkollegen' beinahe eingeholt, was laut Reglement verboten ist.

"Dass Lewis aus Kurve 15 beschleunigen würde, stand also nie zur Debatte", betonte der Österreicher. Vettel habe den Re-Start schlicht nicht verschlafen wollen und sei deshalb besonders aggressiv zu Werke gegangen.

Vettel bleibt dabei: "Das war einfach unnötig"

Vettel blieb nach dem Chaos-GP bei seiner These. "Der Führende bestimmt das Tempo, aber wir sind aus der Kurve gekommen, er hat beschleunigt und so stark gebremst", schilderte der Ferrarista die Szene aus seiner Sicht: "Das war einfach unnötig."

Ob Vettel bis zum Österreich-GP in zwei Wochen auf die Faktenlage umschwenkt und ein klärendes Gespräch mit seinem Titelrivalen sucht, bleibt abzuwarten. "Er hat doch meine Nummer gar nicht. Ich gebe die Antwort auf der Strecke", schloss Hamilton einen Friedensgipfel vor dem Rennen in der Steiermark schon mal präventiv aus. Eins ist seit Baku ohnehin klar: Der WM-Kampf der hochdekorierten Champions wird zur Schlacht – kontroverse Manöver inklusive. Schöne Aussichten für alle Formel-1-Fans.