"So viel Leidenschaft"

Ferrari-Teamchef Binotto glaubt nicht, dass Vettel aufhört

Scuderia-Teamchef Mattia Binotto (r) will bei den Vertragsgesprächen mit Sebastian Vettel (l) nicht zu lange warten. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa
Scuderia-Teamchef Mattia Binotto (r) will bei den Vertragsgesprächen mit Sebastian Vettel (l) nicht zu lange warten. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa
© deutsche presse agentur

17. Mai 2020 - 18:16 Uhr

Binotto betont: Gutes Verhältnis mit Vettel

Mattia Binotto glaubt nicht, dass das Kapitel Formel 1 für Sebastian Vettel am Ende des Jahres endet. "Was Vettels Zukunft angeht - er hat so viel Leidenschaft für diesen Sport. Er wird sicher weitermachen wollen, obwohl er jetzt über ein paar Sachen nachdenken wird müssen", sagte der Ferrari-Teamchef bei Sky Italia.

"Seb wird die richtige Entscheidung treffen"

Binotto verteidigte erneut die Entscheidung der Roten, ab 2021 nicht mehr auf Vettel zu setzen. "Ich denke, es war das Richtige für uns und für ihn. Nur Seb weiß, was er in Zukunft machen wird. Er ist ein großartiger Fahrer und wird die richtige Entscheidung treffen."

Der Italiener betonte, Vettel und Ferrari gingen im Guten auseinander. "Er war sechs Jahre bei Ferrari, das Team hat einen besonderen Platz in seinem Herzen. Wir haben eine gute Beziehung, was nicht selbstverständlich ist, wenn sich die Wege trennen. Es gibt ein gegenseitiges Verständnis für diesen Wechsel."

Nach seinem Aus bei Ferrari bleibt Vettel für 2021 nur noch eine Topteam-Option: Mercedes. Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff räumte im ORF bereits ein, sich mit dem viermaligen Weltmeister zu befassen. Durch Vettels Trennung von Ferrari habe sich für Mercedes eine "Sebastian-Vettel-Variante" ergeben.

Bei den Silberpfeilen könnte der 32-Jährige ein möglicherweise explosives Traumduo mit dem sechsmaligen Champion Lewis Hamilton (35) bilden.

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Sainz ein "guter und intelligenter Typ"

Ferrari setzt mit Charles Leclerc (22) und Carlos Sainz jr. (25) dagegen auf eine junge Kombination. Durchaus ein Risiko, wie Binotto gesteht.

"Sainz ist ein junger Fahrer, solch eine junge Fahrerpaarung hatte Ferrari seit 50 Jahren nicht mehr. Es ist auch ein riskantes Spiel, aber wir sind glücklich, diese Herausforderung anzunehmen. Wir wollen eine neue Zeit einläuten", so der Scuderia-Capo. Es werde ein "steiniger Weg", Sainz aber sei ein "netter und intelligenter Typ".

"Er ist ein wahrer Teamplayer und arbeitet sehr hart. Ihn neben Charels zu haben, wird sehr nützlich sein", lobte Binotto seinen künftigen Fahrer. Die Worte machen allerdings deutlich, dass Ferrari Sainz in der Rolle der Nummer 2, des Zuarbeiters für Leclerc, sieht.

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