Appell für mehr Nachhaltigkeit

Warum Sebastian Vettel sich (noch) nicht impfen lassen will

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel
© dpa, James Gasperotti, zeus fgj

17. April 2021 - 10:07 Uhr

Statement für Imfgerechtigkeit

Auf der Strecke gibt er Gas, doch abseits der Asphaltpisten ist Sebastian Vettel ruhiger geworden. Nachdenklicher. Macht sich viele Gedanken über die Umwelt, die Corona-Pandemie, die Zukunft, das Thema Impfung. Und der viermalige Weltmeister vertritt eine klare Meinung. Impfen? Ja, aber später! Obwohl er die Gelegenheit gehabt hätte.

Wir sind alle in der Pflicht

"Es ist eine Prinzipienfrage. Die F1 hatte das Angebot, sich in Bahrain impfen zu lassen. Ich habe bewusst darauf verzichtet, weil ich eben noch nicht an der Reihe bin", stellte Vettel klar. "Es ist dann fraglich, ob mein Impfstoff, den ich nicht benutzt habe, jemandem der eher dran sein sollte zugutekommt. Aber es geht ums Prinzip. Es gibt viele Leute, die sich impfen lasse wollen. Viele warten. Jüngere Leute sind nicht so sehr im Risiko wie ältere. Ich werde mich impfen lassen, aber erst wenn ich dran bin." Ein klares Statement.

Pandemie, Klimawandel, Ernährung, Nachhaltigkeit. Die Welt steht vor vielen Problemen. Und möglichen Lösungen. Vettel will in jedem Fall etwas für eine bessere Zukunft beitragen (Vettel als Bienenbotschafter im Video). "Ich glaube, es ist auf jeden Fall eine Zeit, in der wir uns bewusst werden müssen, dass wir alle was tun können und auch was tun müssen. Ich denke, dass eine große Veränderung vor der Tür steht. Denke, dass einiges passieren muss, dass wir an dem Leben, das wir kennen, festhalten können", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister vor dem Rennen in Imola (Sonntag, ab 13.30 Uhr live bei RTL).

Veränderungen fangen bei sich an

Natürlich sei er sich bewusst, dass besonders die Königsklasse kein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sei, doch darin liege die Chance, betonte der Aston-Martin-Pilot. "Ich glaube, genau das muss der Ansatz sein, dass man nicht den Verzicht predigt, sondern die Chance erkennt, was man alles besser machen kann", so Vettel. "Das ist mir wichtig in der Sache, dass es auch richtig kommuniziert wird nach außen, dass man weiterhin seine Leidenschaft ausüben kann, ohne darauf verzichten zu müssen, aber dass man es gesünder und nahhaltiger gestaltet als vielleicht in der Vergangenheit."

So auch beim so zentralen Thema Ernährung. Es sei wichtig, "darauf zu achten, was man isst. Wo kommt das Essen her? Einfach Fragen zu stellen. Dass man sich dessen bewusst ist. Wenn man hinterfragt, bekommt man Antworten."

Es gebe viele Herausforderungen in der Zukunft. Viele Fragen. Viele Themen. "Wichtig ist zu erkennen, was heißt das überhaupt. Woran kann man bei sich selber sparen oder worauf kann man verzichten, ohne dass es einem wehtut", betonte Vettel. "Wir alle können in unserem Alltag lernen, auf Dinge zu verzichten bzw. Dinge anders zu gestalten. Dass es genauso angenehm ist, aber verträglicher für unser Leben und unsere Zukunft. Wenn man weitergeht, man kann seinen Stromanbieter wechseln auf erneuerbare Energien und so seinen Beitrag leisten. Oder auf Plastik verzichten. Wir haben zuhause keine Plastikflaschen mehr."

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